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Blumenlexikon

Clematis

Clematis · Ranunculaceae (Hahnenfußgewächse)

Die Clematis, hierzulande als Waldrebe bekannt, ist eine der ausdrucksstärksten Kletterpflanzen unserer Gärten und zugleich eine noch immer unterschätzte Schnittblume. Ihre sternförmigen Blüten in tiefem Violett, klarem Blau oder zartem Rosa bringen Bewegung und Romantik in jede Vase. Am besten schneidet man sie in dem Moment, in dem die Knospe gerade aufbricht, denn dann zeigt sie ihre volle, lange Standzeit.

Clematis mit sternförmigen violetten Blüten und rankenden Trieben
Saison
Mai – Juni – Juli – August – September
Vasenleben
612 Tage
Lateinisch
Clematis
Farben
Violett, Blau, Purpur, Rosa, Weiß, Creme

Botanisch gehört die Clematis zu den Hahnenfußgewächsen und bringt eine enorme Formenvielfalt mit. Es gibt großblumige Hybriden mit tellergroßen Blüten wie Jackmanii oder Nelly Moser, zierliche Glockenblütler aus der Viticella-Gruppe und die duftenden, wolkig blühenden Arten wie Clematis montana. Für die Vase eignen sich vor allem die stabilen, leicht verholzten Triebe mit weit entwickelten Knospen.

In der Floristik wird die Clematis bewusst sparsam und gezielt eingesetzt. Ein einzelner rankender Blütentrieb verleiht einem Brautstrauß Leichtigkeit und Fall, während kurze Blütenköpfe in Gestecken als zarte Farbtupfer wirken. Auch die dekorativen, silbrig federigen Samenstände des Verblühten sind in der herbstlichen Floristik sehr begehrt und lassen sich getrocknet weiterverwenden.

Qualität erkennt man bei der Clematis an einem festen, nicht schlaffen Stiel und an Knospen, die zu etwa zwei Dritteln entfaltet sind. Vollständig aufgeblühte Exemplare halten in der Vase deutlich kürzer. Achten sollte man auf Ware mit prallen Knospen und sattem Laub, denn nur so trägt die empfindliche Blüte über viele Tage.

Stilistisch passt die Clematis hervorragend in romantische, naturnahe und englisch anmutende Arrangements. Sie harmoniert mit Rosen, Pfingstrosen und zarten Gräsern und unterstreicht den Garten-Charakter eines Straußes. Wer es moderner mag, kombiniert die klaren violetten Töne mit grafischen, strukturbetonten Blüten.

Als ranunkelähnliches Gewächs ist die Clematis ein durstiger Trinker, der frisches, kühles Wasser in reichlicher Menge braucht und Steckmasse oder andere Hilfsmittel, die die Wasseraufnahme behindern, schlecht verträgt. Wer sie locker und frei in die Vase stellt, wird mit der längsten Standzeit belohnt.

Ist Clematis giftig für Kinder und Haustiere?

Kinder
Giftig
Katzen
Giftig
Hunde
Giftig

Alle Pflanzenteile enthalten Protoanemonin und sind für Hunde, Katzen und Menschen giftig; der Saft kann Haut und Schleimhäute reizen. Von Haustieren und Kindern fernhalten.

Typische Symptome: Speicheln, Erbrechen und Durchfall sowie Reizungen von Haut und Schleimhäuten.

Im Notfall:Giftnotruf Bonn 0228 19240 (rund um die Uhr) — bei Haustieren direkt die tierärztliche Notfallpraxis kontaktieren. Diese Angaben ersetzen keine (tier)ärztliche Beratung.

Übersicht: giftige & ungiftige Pflanzen für Katzen, Hunde und Kinder

Pflege

  • 01Triebe schräg anschneiden und sofort in reichlich kühles, frisches Wasser stellen; verholzte Stiele vertragen einen etwas tieferen Wasserstand.
  • 02Knospen erst dann schneiden bzw. kaufen, wenn sie etwa halb bis zwei Drittel geöffnet sind, ganz junge Knospen öffnen sich oft nicht mehr.
  • 03Untere Blätter entfernen, damit kein Laub im Wasser fault und die Bakterienbildung gering bleibt.
  • 04Frische Schnittblumennahrung verwenden und das Wasser alle zwei Tage wechseln, dabei die Stiele neu anschneiden.
  • 05Vor pralle Sonne, Zugluft und Obstschalen schützen und hell, aber kühl aufstellen, das verlängert die Standzeit der empfindlichen Blüten spürbar.
  • 06Auf Steckmasse möglichst verzichten, da die Clematis als starker Trinker ungehinderte Wasseraufnahme bevorzugt.
  • 07Beim Verarbeiten Handschuhe tragen, da der Pflanzensaft die Haut reizen kann.

Häufige Fragen

Wie lange hält Clematis in der Vase?
Richtig vorbehandelt halten Clematis-Blüten etwa sechs bis zwölf Tage, an einem kühlen, hellen Standort gelegentlich auch länger. Entscheidend ist, dass die Knospen beim Schnitt noch nicht ganz offen sind und die Stiele frisch angeschnitten in reichlich Wasser kommen.
Ist Clematis giftig für Katzen und Hunde?
Ja. Alle Pflanzenteile enthalten reizende Stoffe, vor allem das aus Ranunculin freigesetzte Protoanemonin. Bei Mensch und Tier kann der Saft Haut- und Schleimhautreizungen, Speicheln, Erbrechen und Durchfall auslösen. Wegen des bitteren Geschmacks fressen Tiere die Pflanze allerdings selten in größeren Mengen. Die Vase dennoch außer Reichweite von Haustieren und Kindern aufstellen.
Wann hat Clematis als Schnittblume Saison?
Die Hauptsaison liegt zwischen Mai und September, wenn die meisten Arten und Hybriden blühen. In dieser Zeit ist die Auswahl am größten. Im Herbst sind zusätzlich die dekorativen, federigen Samenstände gefragt.
Warum öffnen sich meine Clematis-Knospen nicht?
Meist wurden die Knospen zu früh und zu fest geschnitten. Clematis braucht Knospen, die bereits etwa halb bis zwei Drittel entfaltet sind, um sich in der Vase weiter zu öffnen. Hilfreich sind frisches Wasser, ein kühler Standort und Schnittblumennahrung.

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