Blumenlexikon
Gartenmelde
Atriplex · Amaranthaceae
Die Gartenmelde ist ein Geheimtipp unter den Strukturstielen: hohe, dunkelrot belaubte Triebe, die im Spätsommer perlenkettenartige Samenstände ansetzen. Als altes Gemüse aus dem Bauerngarten in die Floristik zurückgekehrt, gibt sie Sträußen Tiefe, Höhe und einen Hauch Wildnis. Wenn sie an der Veiling Rhein-Maas auftaucht, greifen wir zu — die Partien sind klein und schnell weg.

- Saison
- Juli – August – September
- Vasenleben
- 6–10 Tage
- Lateinisch
- Atriplex
- Farben
- Dunkelrot (Laub), Purpur, Bordeaux, Grün
Für die Floristik interessant ist vor allem die Rote Gartenmelde, Atriplex hortensis var. rubra, mit tief purpurrotem Laub und ebenso gefärbten Samenständen. Die Pflanze wird im Freiland gut zwei Meter hoch und liefert lange, verzweigte Stiele — vom zarten Blatttrieb im Juli bis zum dicht mit flachen Samentellerchen besetzten Fruchtstand im September.
Genau diese zwei Stadien machen sie so vielseitig: Das junge, rote Laub arbeitet wie ein dunkles Bindegrün und gibt Bordeaux-Paletten einen satten Grund. Die reifen Samenstände dagegen wirken wie aufgefädelte Pailletten und bringen in Herbststräußen dieselbe rieselnde Fülle wie Amaranthus — nur aufrechter und grafischer.
In der Slow-Flower-Bewegung ist die Melde ein Liebling, weil sie anspruchslos wächst, schnell Masse liefert und keinen Import braucht. Entsprechend oft findet man sie in regional gebundenen Sommer- und Herbstwerkstücken, kombiniert mit Dahlien, Sonnenblumen, Gräsern und Chrysanthemen.
Handwerklich gilt: Das weiche Blattwerk welkt schneller als die Samenstände. Für haltbare Bindungen nehmen wir bevorzugt Stiele im Samenstadium und entfernen einen Teil des Laubs — dann steht die Melde gut eine Woche und länger. Ein zu warmer Standort lässt junge Triebe dagegen binnen Tagen schlappen.
Und weil es immer wieder gefragt wird: Ja, das ist dasselbe Kraut, das früher als „spanischer Spinat“ auf dem Teller landete. Die jungen Blätter sind essbar, was die Melde zur unbedenklichsten Wahl für Küchen- und Gemüsesträuße macht — größere rohe Mengen enthalten allerdings wie Spinat Oxalsäure und Saponine.
Ist Gartenmelde giftig für Kinder und Haustiere?
- Kinder
- Ungiftig
- Katzen
- Ungiftig
- Hunde
- Ungiftig
Die Gartenmelde ist ein traditionelles Blattgemüse und gilt für Katzen, Hunde und Kinder als unbedenklich. Wie bei Spinat können sehr große rohe Mengen wegen Oxalsäure und Saponinen den Magen reizen.
Übersicht: giftige & ungiftige Pflanzen für Katzen, Hunde und Kinder
Pflege
- 01Stiele frisch und schräg anschneiden, sofort tief ins Wasser stellen.
- 02Einen Teil des weichen Laubs entfernen — es welkt vor den Samenständen.
- 03Wasser alle zwei Tage wechseln und die Stiele dabei nachschneiden.
- 04Kühl aufstellen; Wärme lässt junge Triebe schnell schlappen.
- 05Samenstände können leicht rieseln — nicht über empfindliche Flächen hängen lassen.
- 06Reife Fruchtstände lassen sich hängend gut trocknen und weiterverwenden.
Häufige Fragen
- Ist Gartenmelde giftig für Katzen oder Hunde?
- Nein, die Gartenmelde ist ein altes Blattgemüse und gilt für Katzen, Hunde und Kinder als unbedenklich. Wie Spinat enthält sie Oxalsäure und Saponine, weshalb Tiere keine großen rohen Mengen fressen sollten — ein Strauß im Zimmer ist aber völlig unkritisch.
- Kann man Gartenmelde wirklich essen?
- Ja — die jungen Blätter wurden jahrhundertelang wie Spinat gekocht, die rote Form färbt dabei sogar hübsch. Für den Verzehr sollte man allerdings unbehandelte Ware aus dem Garten nehmen, keine Schnittstiele aus dem Blumenhandel, da diese nicht als Lebensmittel produziert werden.
- Wann bekommt man Gartenmelde als Schnittware?
- Die Saison läuft etwa von Juli bis September. Früh in der Saison gibt es belaubte Triebe, ab August zunehmend die dekorativen Samenstände. Da die Melde meist von kleineren Freilandbetrieben kommt, ist das Angebot wetterabhängig und begrenzt.
- Wie lange hält Gartenmelde in der Vase?
- Stiele im Samenstadium halten sechs bis zehn Tage, junge Blatttriebe eher vier bis sechs. Kühl gestellt und mit frischem Wasser holt man das Maximum heraus; die reifen Samenstände lassen sich anschließend trocknen.