Pflanzen
Gazanie
Gazania · Asteraceae
Die Gazanie, im Volksmund Mittagsgold, trägt die wohl grafischsten Blüten aller Sommerblumen: große, seidig glänzende Körbchen in Orange, Gelb oder Rot, oft mit dunklen Strahlenringen und kontrastierenden Streifen. Wie das Portulakröschen ist sie eine Sonnenanbeterin aus Südafrika — die Blüten öffnen sich nur bei direktem Licht. Auf heißen, trockenen Standorten gehört sie zum Zuverlässigsten, was der Sommer zu bieten hat.

- Licht
- Volle Sonne — an trüben Standorten bleiben die Blüten geschlossen.
- Gießen
- Wenig — silbriges Laub und fleischige Wurzeln überbrücken Trockenphasen.
- Pflege
- Pflegeleicht
- Botanisch
- Gazania
Die Handelsware besteht fast ausschließlich aus Hybriden, etwa aus den Serien Kiss, Big Kiss oder New Day. Sie blühen früher und größer als die Wildarten und halten die Blüten auch bei leichter Bewölkung länger offen. Besonders begehrt sind gestreifte Sorten, deren Zeichnung an Zinnhutmuster erinnert.
Das Öffnen und Schließen der Blüten ist ein Erbe der südafrikanischen Heimat: Bei Sonne klappen die Zungenblüten auf, bei Wolken, Regen und abends schließen sie sich zum Schutz von Pollen und Nektar. Ein Nordbalkon oder ein verregneter Juli sind deshalb die falsche Bühne für diese Pflanze.
Das silbrig behaarte Laub vieler Sorten ist mehr als Dekoration — die feinen Härchen reflektieren Sonnenlicht und verringern die Verdunstung. Zusammen mit den fleischigen Wurzeln macht das die Gazanie erstaunlich trockenfest: Kurzurlaube übersteht sie im Beet ohne Gießdienst.
Der klassische Fehler ist auch hier zu viel Fürsorge: In nasser, fetter Erde fault die Gazanie oder produziert Blattschöpfe ohne Blüten. Mageres, durchlässiges Substrat, volle Sonne und zurückhaltendes Gießen sind das ganze Rezept.
Gestalterisch spielt die Gazanie ihre Stärke im Vordergrund aus: Mit 15 bis 25 Zentimetern Höhe säumt sie Beetkanten, füllt Schalen und Tröge und leuchtet zwischen Steinen im Kiesgarten. Wir kombinieren die warmen Töne gern mit blauen Partnern wie der Fächerblume oder mit silberlaubigen Nachbarn.
Regelmäßiges Ausputzen der verblühten Körbchen lohnt sich, denn es verlängert die Blühzeit deutlich bis in den September. Wer einzelne Sorten liebgewonnen hat, kann sie hell und kühl überwintern — meist ist junger Nachschub aus der Gärtnerei aber vitaler.
Ist Gazanie giftig für Kinder und Haustiere?
- Kinder
- Ungiftig
- Katzen
- Ungiftig
- Hunde
- Ungiftig
Die Gazanie gilt als ungiftig für Katzen, Hunde und Kinder. Wie bei allen Korbblütlern kann der Pflanzensaft bei sehr empfindlichen Menschen die Haut reizen; ernsthafte Vergiftungen sind nicht bekannt.
Übersicht: giftige & ungiftige Pflanzen für Katzen, Hunde und Kinder
Pflege
- 01Vollsonnigen, warmen Standort wählen — die Blüten öffnen sich nur bei direkter Sonne.
- 02Sparsam gießen, die Erde soll zwischen den Gaben gut abtrocknen.
- 03Durchlässiges, eher mageres Substrat verwenden; Staunässe unbedingt vermeiden.
- 04Alle zwei bis drei Wochen schwach düngen, mehr braucht die Gazanie nicht.
- 05Verblühte Körbchen regelmäßig ausputzen, das verlängert die Blüte bis in den Herbst.
- 06Erst nach den Eisheiligen auspflanzen.
Häufige Fragen
- Warum schließt die Gazanie ihre Blüten?
- Das ist ihr natürlicher Schutzmechanismus: Bei Wolken, Regen und in der Dämmerung klappen die Zungenblüten zu, um Pollen und Nektar zu schützen. Sobald die Sonne wieder scheint, öffnen sie sich. Moderne Hybriden bleiben etwas länger offen, ganz abstellen lässt sich das Verhalten nicht.
- Ist die Gazanie mehrjährig?
- In ihrer südafrikanischen Heimat ja, bei uns ist sie nicht winterhart und wird einjährig kultiviert. Eine helle, kühle Überwinterung bei etwa zehn Grad ist möglich, doch junge Pflanzen aus der Gärtnerei blühen im Folgejahr meist kräftiger.
- Ist die Gazanie giftig für Haustiere?
- Nein, die Gazanie gilt als ungiftig für Katzen und Hunde und auch für Kinder als unbedenklich. Sie kann problemlos in bodennahen Beeten und Schalen wachsen, die für Tiere erreichbar sind.
- Wie viel Wasser braucht die Gazanie?
- Erstaunlich wenig. Ihr silbriges Laub und die fleischigen Wurzeln sind auf Trockenheit eingerichtet — im Beet reicht nach dem Anwachsen meist der Regen, in Schalen genügt Gießen, wenn die Erde durchgetrocknet ist. Zu viel Wasser schadet ihr mehr als zu wenig.