Was blüht im Sommer? Sommerblumen im Überblick
Pfingstrosen, Sonnenblumen, Dahlien, Wicken und Rittersporn — wann sie blühen, wofür sie stehen und wie man sie kombiniert. Ein Florist sortiert die Sommerblumen für Sie.

Der Sommer ist die großzügigste Jahreszeit für Schnittblumen — die Auswahl ist so breit wie nie. Doch „Sommerblume“ ist kein einheitlicher Block: Pfingstrosen sind im Juni fast schon vorbei, wenn Dahlien gerade erst loslegen. Dieser Überblick zeigt, was wann blüht, wofür jede Blume steht und wie Sie die Stars der Saison sinnvoll kombinieren — ohne die Pflege jeder einzelnen Sorte nachzubeten.
Die Sommersaison läuft in Wellen, nicht als ein einziger Block. Wer plant — etwa für eine Sommerhochzeit oder ein Fest — sollte das wissen: Pfingstrosen sind die Frühstarter und meist nur von Mai bis Mitte/Ende Juni in guter Qualität zu haben. Wicken und Rittersporn überbrücken den Hochsommer von Juni bis August. Sonnenblumen und Dahlien sind die Spätsommer-Stars und tragen von Juli bis weit in den Oktober hinein. Wer im August eine Pfingstrose verlangt, bekommt — wenn überhaupt — teure Importware ohne den charakteristischen Duft.
Die fünf Klassiker und wofür sie stehen: Die Pfingstrose verkörpert Schönheit, Wohlstand und ein glückliches Eheleben — kein Zufall, dass sie die Brautstrauß-Blume schlechthin ist. Die Sonnenblume steht für Wärme, Fröhlichkeit und ein ehrliches „Ich mag dich“. Die Dahlie symbolisiert Stärke, Würde und Eleganz — Liebhaber schätzen ihre fast geometrische Blütenform. Die Wicke gilt seit dem viktorianischen Zeitalter als Blume des zarten Abschieds und der Dankbarkeit, dazu betört sie mit ihrem Duft. Der Rittersporn schließlich bringt mit seinem reinen Blau Heiterkeit und Leichtigkeit — eine der wenigen echt blauen Blüten überhaupt.
So kombinieren Sie die Saison richtig. 1. Wählen Sie eine Leitblume mit Größe und Charakter — Pfingstrose im Frühsommer, Dahlie im Spätsommer. 2. Ergänzen Sie eine vertikale Linie für Höhe und Struktur: Rittersporn oder Gladiolen ziehen den Blick nach oben. 3. Streuen Sie luftige Füllblumen ein — Wicken, Kornblumen oder Margeriten lockern dichte Sträuße auf. 4. Ein, zwei Sonnenblumen setzen Farbakzente, dominieren aber schnell — sparsam einsetzen. 5. Bleiben Sie bei einer Farbfamilie oder einem klaren Kontrast; alles bunt durcheinander wirkt unruhig.
Eine Sicherheitsnotiz, die im Sommerstrauß oft untergeht: Mehrere der schönsten Saisonblumen sind giftig. Rittersporn enthält in allen Pflanzenteilen Alkaloide — er war 2015 sogar „Giftpflanze des Jahres“ — und ist besonders für Haustiere gefährlich. Auch Wicken sind giftig, vor allem die Samen, deren Verzehr in größeren Mengen beim Menschen Vergiftungen (Lathyrismus) auslösen kann. Das ist kein Grund, auf diese Blumen zu verzichten: In der Vase sind sie unproblematisch. Aber stellen Sie sie außer Reichweite von Katzen, Hunden und kleinen Kindern auf, und waschen Sie sich nach dem Arrangieren die Hände.
Warum Saisonware im Sommer fast immer die bessere Wahl ist. Eine Pfingstrose, die im Juni von einem regionalen Feld kommt, hat einen kurzen Weg hinter sich, öffnet zuverlässig und hält länger als eine monatelang gekühlte Importknospe. Genau hier zahlt sich der tägliche Einkauf an der Veiling Rhein-Maas aus — wir holen, was gerade aufblüht, statt das ganze Jahr dieselbe Handvoll Sorten zu führen. Wer im Sommer auf das setzt, was draußen tatsächlich blüht, bekommt mehr Frische, mehr Duft und meist auch den besseren Preis.
Was passiert nach dem Sommer? Der Übergang ist fließend. Astern und Chrysanthemen übernehmen ab dem Spätsommer und führen sanft in die Herbstsaison. Dahlien blühen bis zum ersten Frost weiter und sind damit die große Brücke zwischen den Jahreszeiten. Wer also im September noch sommerlich dekorieren will, greift zu Dahlien — und ergänzt sie mit den ersten Astern, statt verzweifelt nach Pfingstrosen zu suchen, die längst vorbei sind.
Häufige Fragen
- Wann blühen Pfingstrosen — und warum sind sie im Sommer schwer zu bekommen?
- Pfingstrosen haben eine kurze Saison, meist von Mai bis Mitte oder Ende Juni. Ab Hochsommer gibt es höchstens teure Importware ohne Duft. Wer Pfingstrosen liebt, plant sie für den Frühsommer ein und weicht im Spätsommer auf Dahlien aus, die eine ähnlich üppige Wirkung haben.
- Welche Sommerblumen halten am längsten in der Vase?
- Sonnenblumen, Dahlien und Rittersporn gehören zu den ausdauernden Sorten und halten bei sauberem Wasser und frischem Anschnitt oft eine Woche oder länger. Wicken sind kurzlebiger und eher für ihren Duft und ihre Leichtigkeit da. Frisch gekaufte Saisonware aus regionalem Anbau hält generell länger als lange gekühlte Importe.
- Sind Sommerblumen giftig für Haustiere?
- Einige ja. Rittersporn ist in allen Pflanzenteilen giftig und für Katzen und Hunde gefährlich, auch Wicken — besonders ihre Samen — sind giftig. Sonnenblumen und Dahlien gelten dagegen als unbedenklicher. Stellen Sie giftige Arten außer Reichweite von Tieren und Kindern auf; in der Vase selbst geht von ihnen keine Gefahr aus.
- Wie kombiniere ich Sommerblumen zu einem stimmigen Strauß?
- Beginnen Sie mit einer Leitblume (Pfingstrose oder Dahlie), ergänzen Sie eine vertikale Linie wie Rittersporn oder Gladiolen für Höhe und lockern Sie mit luftigen Füllblumen wie Wicken, Kornblumen oder Margeriten auf. Bleiben Sie bei einer Farbfamilie oder einem klaren Kontrast — das wirkt ruhiger als ein wildes Durcheinander.
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