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Blumenlexikon

Wilde Möhre

Daucus · Apiaceae

Die Wilde Möhre ist die Wiesenblume schlechthin: flache, weiße Spitzendolden mit dem berühmten dunklen Pünktchen in der Mitte, wie man sie im Sommer an jedem Feldrand sieht. Als Schnittblume bringt sie diesen ungezähmten Charakter direkt in die Vase und ist das Herzstück des Boho- und Wildwiesen-Stils. Besonders gefragt ist bei uns die Zuchtform Dara, deren Dolden von Altrosa bis Weinrot changieren.

Floristik-Foto von Fleura: weiße Wiesendolden in einem natürlich gebundenen Strauß
Saison
Mai – Juni – Juli – August – September – Oktober
Vasenleben
58 Tage
Lateinisch
Daucus
Farben
Weiß, Cremeweiß, Altrosa bis Weinrot (Sorte Dara)

Botanisch ist Daucus carota die Urform der Gartenmöhre, was man an der rübenartigen Wurzel und dem möhrig duftenden Laub merkt. Für die Floristik wurden Auslesen wie Dara und Purple Kisses entwickelt, die statt Weiß gedeckte Rosa-, Purpur- und Schokoladentöne liefern und damit perfekt in die aktuelle Farbwelt aus Terracotta und Mauve passen.

Typisch für die Art ist das Verhalten der Dolde: Jung ist sie flach ausgebreitet, beim Abblühen wölbt sie sich nestartig nach innen, das sogenannte Vogelnest-Stadium. Beide Stadien sind floristisch verwendbar, das Nest sogar als grafisches Strukturelement in Trockenbindungen.

Im Strauß übernimmt die Wilde Möhre dieselbe Rolle wie Ammi: Sie schwebt als lockere Schleierschicht über den Hauptblüten und bricht jede Steifheit. Mit Kornblumen, Margeriten und Schafgarbe entsteht der klassische Wiesenlook, mit Dara-Sorten und Wicken ein weicher, romantischer Spätsommerton.

Beim Einkauf gilt: Dolden wählen, die gerade voll geöffnet, aber noch nicht am Einrollen sind, mit festen Stielen und frischem, fedrigem Laub. Die Vasenhaltbarkeit liegt bei fünf bis acht Tagen, weiche Stiele sind das erste Alterungszeichen.

Zwei Dinge aus der Praxis: Erstens kann der Pflanzensaft in Verbindung mit Sonnenlicht die Haut leicht reizen, empfindliche Menschen binden besser mit bedeckten Unterarmen. Zweitens sollte man Wilde Möhre nie selbst am Wegrand sammeln, wenn man sich nicht sicher ist, denn sie hat mit dem Gefleckten Schierling einen hochgiftigen Doppelgänger. Bei geprüfter Ware von der Versteigerung stellt sich diese Frage nicht.

Ist Wilde Möhre giftig für Kinder und Haustiere?

Kinder
Leicht reizend
Katzen
Leicht reizend
Hunde
Leicht reizend

Schwach reizend: Der Saft kann in Verbindung mit Sonnenlicht die Haut reizen, verzehrte Pflanzenteile können Magenbeschwerden auslösen. Achtung beim Selbstpflücken: Verwechslungsgefahr mit dem hochgiftigen Schierling.

Typische Symptome: Nach Hautkontakt mit Saft und Sonne Rötungen; nach Verzehr größerer Mengen Speicheln, Erbrechen und Durchfall.

Im Notfall:Giftnotruf Bonn 0228 19240 (rund um die Uhr) — bei Haustieren direkt die tierärztliche Notfallpraxis kontaktieren. Diese Angaben ersetzen keine (tier)ärztliche Beratung.

Übersicht: giftige & ungiftige Pflanzen für Katzen, Hunde und Kinder

Pflege

  • 01Stiele mit einem scharfen Messer schräg anschneiden und sofort wässern.
  • 02Unteres Laub entfernen, es fault im Wasser besonders schnell.
  • 03Viel frisches Wasser geben, die Wilde Möhre ist ein durstiger Weichstieler.
  • 04Wasser alle zwei Tage wechseln und Frischhaltemittel verwenden.
  • 05Kühl und ohne pralle Sonne aufstellen, das verzögert das Einrollen der Dolden.
  • 06Bei empfindlicher Haut Handschuhe tragen, der Saft kann mit Sonne die Haut reizen.

Häufige Fragen

Wie lange hält die Wilde Möhre in der Vase?
Etwa fünf bis acht Tage. Am längsten halten Dolden, die beim Kauf gerade voll geöffnet sind. Wenn sich die Dolde nestartig einrollt, geht die Blüte zu Ende, auch dieses Stadium hat aber noch seinen grafischen Reiz.
Ist die Wilde Möhre giftig für Katzen, Hunde oder Kinder?
Die Wilde Möhre selbst gilt als schwach bedenklich: Der Pflanzensaft kann in Verbindung mit Sonnenlicht Haut reizen, und größere verzehrte Mengen können Magenbeschwerden verursachen. Ernstes Risiko besteht vor allem bei Verwechslung mit dem giftigen Schierling beim Selbstpflücken, weshalb wir nur geprüfte Kulturware verwenden.
Was ist der Unterschied zwischen Wilder Möhre und Dara?
Dara ist eine Zuchtauslese der Wilden Möhre für die Floristik. Statt Weiß blühen die Dolden in Altrosa, Purpur bis Weinrot, oft mehrere Töne an einem Stiel. Wuchs, Pflege und Haltbarkeit sind identisch mit der weißen Wildform.
Wann hat die Wilde Möhre Saison?
Als Schnittblume von Mai bis Oktober, mit dem größten Angebot im Hochsommer. In der freien Natur blüht sie bei uns vor allem von Juni bis September an Wegrändern und auf Magerwiesen.

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