Pflanzen
Hainblume
Nemophila menziesii · Boraginaceae
Die Hainblume ist einer der schönsten Frühjahrsblüher unter den Einjährigen: zarte, schalenförmige Blüten in reinem Himmelblau mit heller Mitte, auf niedrigen, weich polsternden Pflanzen. Sie blüht früher als fast alle Sommerblumen und mag es — untypisch für Blaublüher — eher kühl und halbschattig. Für Kästen, Beetränder und als blühender Bodendecker unter Gehölzen ist sie ein Geheimtipp.

- Licht
- Lichter Halbschatten bis Sonne; Kühle wird heißer Südlage vorgezogen.
- Gießen
- Regelmäßig — der humose Boden soll nie ganz austrocknen.
- Pflege
- Pflegeleicht
- Botanisch
- Nemophila menziesii
Der botanische Gattungsname Nemophila bedeutet sinngemäß „die den Hain liebt“ — ein Hinweis auf den bevorzugten Standort am lichten Gehölzrand. Genau da liegt ihre Nische: Die Hainblume gedeiht dort, wo vielen klassischen Sommerblumen das Licht fehlt, und quittiert umgekehrt heiße, pralle Südlagen mit früher Erschöpfung.
Neben dem berühmten Himmelblau der Art gibt es reizvolle Sorten: Penny Black mit schwarzvioletten, weiß gerandeten Blüten, Snowstorm mit weißen, fein getupften Schalen und die gefleckte Nemophila maculata, die Five Spot genannt wird. Alle bleiben mit zehn bis zwanzig Zentimetern niedrig und polsterartig.
Ihre große Stärke ist die frühe Blüte: Direkt im März ins Beet gesät, blüht die Hainblume ab Ende April und überbrückt damit die Lücke zwischen Zwiebelblumen und Sommerflor. In milden Wintern übersteht eine Herbstaussaat sogar draußen und blüht dann noch früher.
Als kühlliebende Kalifornierin hat sie allerdings ein klares Sommerlimit: In heißen, trockenen Juliwochen vergreist sie und stellt die Blüte ein. Wir behandeln sie deshalb als Frühjahrs- bis Frühsommerblume und lassen ab Juli nachgepflanzte Sommerblumen übernehmen — so bleibt der Kasten durchgehend in Blüte.
Für Bienen und Schwebfliegen sind die offenen Schalenblüten eine willkommene frühe Nektarquelle, wenn das Angebot noch dünn ist. In naturnahen Gärten sät sich die Hainblume an zusagenden Stellen selbst aus und erscheint im Folgejahr wie von allein wieder.
Der häufigste Fehler ist ein zu heißer, zu trockener Standort. Gleichmäßig feuchter, humoser Boden im lichten Halbschatten hält die Polster wochenlang frisch — ein Platz, an dem Petunien mickern würden, ist für die Hainblume oft ideal.
Ist Hainblume giftig für Kinder und Haustiere?
- Kinder
- Ungiftig
- Katzen
- Ungiftig
- Hunde
- Ungiftig
Die Hainblume gilt als ungiftig für Katzen, Hunde und Kinder und kann bedenkenlos als bodennaher Blütenteppich gepflanzt werden.
Übersicht: giftige & ungiftige Pflanzen für Katzen, Hunde und Kinder
Pflege
- 01Halbschattig bis sonnig stellen, ideal ist ein kühler Platz ohne pralle Mittagssonne.
- 02Gleichmäßig feucht halten — Trockenheit beendet die Blüte vorzeitig.
- 03Humosen, lockeren Boden verwenden; schwere, verdichtete Erde mag sie nicht.
- 04Nur mäßig düngen, alle drei bis vier Wochen genügt.
- 05Ab März direkt säen oder Jungpflanzen setzen; leichte Fröste verträgt sie gut.
- 06Verblühte Polster im Hochsommer durch Sommerblumen ersetzen.
Häufige Fragen
- Wann blüht die Hainblume?
- Bei Frühjahrsaussaat ab Ende April bis in den Juli; eine Herbstaussaat in milden Lagen blüht schon ab April. Im Hochsommer lässt die Blüte hitzebedingt nach — die Hainblume ist ein Frühjahrs- und Frühsommerblüher, kein Dauerblüher bis zum Frost.
- Ist die Hainblume winterhart?
- Als Einjährige stirbt sie nach der Samenreife ohnehin ab, Jungpflanzen und Herbstaussaaten vertragen aber leichte Fröste erstaunlich gut. In milden Wintern überstehen Herbstsämlinge im Rheinland draußen und blühen im Frühjahr besonders früh.
- Wächst die Hainblume im Schatten?
- Im lichten Halbschatten, etwa am Gehölzrand, wächst sie hervorragend — das ist ihr natürlicher Standort. Tiefer Vollschatten ist allerdings zu dunkel: Dort bleibt die Blüte spärlich und die Polster werden lückig.
- Ist die Hainblume bienenfreundlich?
- Ja, gerade wegen ihrer frühen Blütezeit: Ab Ende April bietet sie Bienen und Schwebfliegen offene, leicht zugängliche Blüten, wenn viele Sommerblumen noch gar nicht gepflanzt sind. Als früher Nektarlieferant ist sie wertvoller, als ihre zarte Erscheinung vermuten lässt.