Pflanzen
Kerbel
Anthriscus cerefolium · Apiaceae
Kerbel ist das feinste Frühlingskraut der Küche: Sein zartes, an Anis und Petersilie erinnerndes Aroma adelt Suppen, Eierspeisen und die berühmte Frankfurter Grüne Soße. Er wächst schnell, mag es kühl und ist auf der Fensterbank gut zu ziehen — wenn man ihn nicht in die pralle Sonne stellt. Wir beziehen unsere Kräutertöpfe frisch über die Veiling Rhein-Maas in gut bestockter Gärtnerqualität.

- Licht
- Halbschattig bis hell, ohne direkte Mittagssonne.
- Gießen
- Regelmäßig — gleichmäßig feucht, nie austrocknen lassen.
- Pflege
- Mittel
- Botanisch
- Anthriscus cerefolium
Kerbel ist ein einjähriger Doldenblütler und enger Verwandter von Petersilie, Dill und Möhre. Sein fein gefiedertes, hellgrünes Laub sieht der glatten Petersilie ähnlich, schmeckt aber deutlich süßlicher mit einer feinen Anisnote. In der französischen Küche gehört er neben Estragon, Schnittlauch und Petersilie zu den Fines Herbes.
Als typisches Frühjahrs- und Herbstkraut mag Kerbel kühle, halbschattige Bedingungen. Sommerhitze und Trockenheit lassen ihn binnen Tagen in Blüte schießen — dann wird das Laub hart und das Aroma flach. Für Nachschub sät man ab März alle zwei bis drei Wochen nach, im Hochsommer pausiert man besser.
Vom Säen bis zur ersten Ernte vergehen nur sechs bis acht Wochen, was Kerbel zu einem der schnellsten Küchenkräuter macht. Geschnitten wird eine Handbreit über dem Boden; die Pflanze treibt dann noch ein- bis zweimal nach.
Das Aroma ist extrem flüchtig: Kerbel niemals mitkochen, sondern erst kurz vor dem Servieren frisch geschnitten über das Gericht geben. Trocknen lohnt nicht — eingefroren oder in Butter eingearbeitet hält sich der Geschmack deutlich besser.
Wichtig für Selbstsammler: Wilder Kerbel ist mit dem hochgiftigen Gefleckten Schierling und der Hundspetersilie verwechselbar. Wer sicher gehen will, erntet nur aus eigener Aussaat oder vom gekauften Topf — dort riecht zerriebenes Laub eindeutig fein nach Anis.
Ist Kerbel giftig für Kinder und Haustiere?
- Kinder
- Ungiftig
- Katzen
- Ungiftig
- Hunde
- Ungiftig
Echter Garten-Kerbel gilt für Katzen, Hunde und Kinder als ungiftig. Vorsicht gilt nur beim Wildsammeln: Verwechslungsgefahr mit dem hochgiftigen Schierling — deshalb nur eigene Aussaat oder gekaufte Töpfe verwenden.
Übersicht: giftige & ungiftige Pflanzen für Katzen, Hunde und Kinder
Pflege
- 01Halbschattiger, kühler Standort — pralle Sommersonne meiden.
- 02Gleichmäßig feucht halten; Trockenstress treibt Kerbel in die Blüte.
- 03Ab März alle zwei bis drei Wochen nachsäen für laufende Ernte.
- 04Eine Handbreit über dem Boden schneiden, dann treibt er nach.
- 05Nicht mitkochen — das Aroma erst kurz vor dem Servieren zugeben.
- 06Im Hochsommer Anbaupause einlegen, ab Ende August erneut säen.
Häufige Fragen
- Wofür verwendet man Kerbel in der Küche?
- Klassisch für Kerbelsuppe, Frankfurter Grüne Soße, Eierspeisen, Fisch und helle Saucen. Er gehört zu den französischen Fines Herbes und wird immer frisch und erst zum Schluss zugegeben, weil sein Aroma beim Kochen verfliegt.
- Ist Kerbel giftig für Katzen oder Hunde?
- Nein, Garten-Kerbel gilt als ungiftig für Katzen, Hunde und Menschen. Wichtig ist nur die sichere Herkunft: In der freien Natur kann Kerbel mit dem giftigen Schierling verwechselt werden, gekaufte Töpfe und eigene Aussaat sind unbedenklich.
- Warum schießt mein Kerbel so schnell in die Blüte?
- Kerbel ist ein Kühlklima-Kraut: Hitze, Trockenheit und lange Sommertage lösen die Blüte aus. Ein halbschattiger Platz, gleichmäßige Feuchte und Aussaaten im Frühjahr und ab Ende August statt im Hochsommer halten das Laub länger zart.
- Kann man Kerbel trocknen oder einfrieren?
- Einfrieren ja, Trocknen nein. Beim Trocknen verliert Kerbel fast sein gesamtes Aroma. Fein gehackt in Eiswürfelformen mit etwas Wasser oder Butter eingefroren bleibt der Geschmack dagegen monatelang erhalten.