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Pflanzen

Liguster

Ligustrum · Oleaceae

Der Liguster ist die wohl unkomplizierteste Heckenpflanze, die man pflanzen kann: schnellwüchsig, extrem schnittfest, stadtklimafest und mit fast jedem Boden zufrieden. Im Juni und Juli trägt er duftende weiße Blütenrispen, die Bienen lieben, im Herbst glänzend schwarze Beeren für die Vogelwelt. Wichtig zu wissen: Beeren und Blätter sind für Menschen und Haustiere giftig.

Floristik-Impression aus der Fleura-Werkstatt in Düsseldorf zum Lexikon-Eintrag Liguster
Licht
Sonnig bis halbschattig; je mehr Licht, desto dichter der Wuchs.
Gießen
Gering bis mäßig: nur in der Anwachsphase und bei langer Dürre gießen.
Pflege
Pflegeleicht
Botanisch
Ligustrum

Die wichtigste Heckensorte ist Ligustrum vulgare „Atrovirens“: wintergrün, das heißt, sie hält ihr dunkles Laub in milden Wintern weitgehend und wirft es erst bei starkem Frost ab. Der Ovalblättrige Liguster (Ligustrum ovalifolium) hat größere, glänzende Blätter und ist als „Aureum“ auch goldgelb erhältlich, dafür etwas frostempfindlicher.

Als Hecke verzeiht der Liguster praktisch alles: Er lässt sich zwei- bis dreimal im Jahr schneiden, treibt selbst aus altem Holz willig wieder aus und lässt sich daher auch radikal verjüngen. Für eine blickdichte Hecke rechnet man drei bis vier Pflanzen pro Meter; nach zwei bis drei Jahren steht eine geschlossene grüne Wand.

Wer der Natur etwas Gutes tun will, lässt Teile der Hecke ungeschnitten oder pflanzt Liguster frei wachsend: Nur dann erscheinen die duftenden weißen Blütenrispen, eine wertvolle Insektenweide, und später die schwarzen Beeren, von denen über 20 Vogelarten zehren. Die streng geschnittene Formhecke blüht dagegen kaum, weil der Schnitt die Blütenanlagen entfernt.

In der Floristik spielt Liguster zweifach mit: Das feine, dunkle Laub ist ein preiswertes Schnittgrün, und die blauschwarzen Beerenrispen sind im Herbst ein beliebter Strukturgeber in Sträußen und Kränzen — an der Versteigerung als Ligustrum-Beerenzweige gehandelt. Sie halten in der Vase erstaunlich lange.

Zur Giftigkeit gehört ein klares Wort: Beeren, Blätter und Rinde enthalten Glykoside und sind für Menschen wie für Hunde und Katzen giftig. Vor allem die glänzenden Beeren können Kinder zum Probieren verleiten; schon eine Handvoll kann deutliche Magen-Darm-Beschwerden auslösen. In Familien mit Kleinkindern die Beeren im Herbst am besten abschneiden.

Ist Liguster giftig für Kinder und Haustiere?

Kinder
Giftig
Katzen
Giftig
Hunde
Giftig

Beeren, Blätter und Rinde enthalten Glykoside und sind für Menschen, Hunde und Katzen giftig. Besonders die glänzend schwarzen Beeren sind für Kinder verlockend; in Familiengärten die Fruchtstände am besten entfernen.

Typische Symptome: Nach Verzehr: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen; größere Mengen können Kreislaufbeschwerden verursachen. Hautkontakt mit Blättern kann bei empfindlichen Menschen Reizungen auslösen.

Im Notfall:Giftnotruf Bonn 0228 19240 (rund um die Uhr) — bei Haustieren direkt die tierärztliche Notfallpraxis kontaktieren. Diese Angaben ersetzen keine (tier)ärztliche Beratung.

Übersicht: giftige & ungiftige Pflanzen für Katzen, Hunde und Kinder

Pflege

  • 01Standort sonnig bis halbschattig; im tiefen Schatten wird die Hecke von unten kahl.
  • 02An den Boden stellt Liguster kaum Ansprüche, nur dauerhafte Staunässe wird nicht vertragen.
  • 03Frisch gepflanzte Hecken im ersten Jahr regelmäßig wässern, danach sehr trockenheitsverträglich.
  • 04Formhecken zweimal jährlich schneiden, Ende Juni und Ende August; vorher auf Vogelnester prüfen.
  • 05Starker Rückschnitt ist jederzeit möglich, Liguster treibt auch aus altem Holz zuverlässig aus.
  • 06In Haushalten mit Kleinkindern die schwarzen Beeren im Herbst entfernen.

Häufige Fragen

Ist Liguster giftig für Hunde, Katzen und Kinder?
Ja. Beeren, Blätter und Rinde enthalten Glykoside; typische Folgen des Verzehrs sind Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen, bei größeren Mengen auch Kreislaufprobleme. Die schwarzen Beeren sind für Kinder am gefährlichsten, weil sie zum Naschen einladen. Vögel dagegen fressen die Beeren völlig problemlos.
Wie schnell wächst eine Ligusterhecke?
Liguster legt je nach Standort 30 bis 60 Zentimeter pro Jahr zu und gehört damit zu den schnellsten Heckenpflanzen. Mit drei bis vier Pflanzen pro Meter ist eine blickdichte Hecke von 1,80 Metern meist nach drei bis vier Jahren erreicht — deutlich schneller als mit Buche oder Eibe.
Ist Liguster immergrün?
Streng genommen wintergrün: Die Sorte „Atrovirens“ behält ihr Laub in milden Wintern weitgehend und wirft es nur bei strengem Frost oder im Spätwinter ab. Wer ganzjährig absolute Blickdichte braucht, kombiniert Liguster mit echten Immergrünen wie Eibe oder Glanzmispel.
Warum blüht meine Ligusterhecke nie?
Der regelmäßige Formschnitt entfernt die Triebspitzen, an denen die Blütenrispen entstehen würden. Wer die duftenden Blüten und die Beeren für Insekten und Vögel möchte, lässt einzelne Partien oder die Heckenkrone ein Jahr ungeschnitten oder pflanzt zusätzlich einen frei wachsenden Strauch.

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