Pflanzen
Mädesüß
Filipendula · Rosaceae
Mädesüß ist die Duftstaude der Feuchtwiese: cremeweiße oder rosa Blütenschleier, die im Hochsommer nach Honig und Mandeln duften und ganze Bachufer in Schaum verwandeln. Im Garten ist Filipendula die erste Wahl für nasse Ecken und Teichränder, wo andere Prachtstauden aufgeben. Als alte Heilpflanze steckt zudem echte Kulturgeschichte in ihr — der Wirkstoffname Salicylsäure führte zur Spirea, ihrem alten Gattungsnamen, und damit zum Wort Aspirin.

- Licht
- Sonne bis Halbschatten, bei feuchtem Boden auch vollsonnig.
- Gießen
- Hoch — der Boden sollte dauerhaft feucht bis nass sein.
- Pflege
- Pflegeleicht
- Botanisch
- Filipendula
Die wichtigsten Arten für den Garten: das heimische Echte Mädesüß (Filipendula ulmaria) mit cremeweißen Duftwolken, das rosa Prachtmädesüß (Filipendula rubra ‚Venusta‘) aus Nordamerika, das über zwei Meter erreicht, und das purpurrosa Japanische Mädesüß (Filipendula purpurea). Das Kleine Mädesüß (Filipendula vulgaris) ist der Sonderling: Es wächst auf trockenen Magerwiesen.
Der Duft ist das Markenzeichen — süß, honigartig, mit einer mandeligen Note von Salicylaldehyd. Früher streute man die Blüten als Duftkraut auf Festböden und würzte Met damit; daher stammt vermutlich auch der Name, vom alten Wort für Mahd oder Met.
Die Pflanze ist ein Stück Medizingeschichte: Aus den Blütenknospen isolierte man im 19. Jahrhundert Salicylsäure, deren synthetische Abwandlung als Acetylsalicylsäure berühmt wurde. Das „Spir“ in Aspirin verweist auf Spiraea ulmaria, den damaligen botanischen Namen des Mädesüß.
Im Garten gehört Mädesüß an den nassen Fuß: Teichränder, Senken, schwere Böden — je feuchter, desto üppiger. Auf trockenem Standort kümmert es und bekommt Mehltau, der häufigste Fehler. Sonne bis Halbschatten sind beide möglich, solange das Wasser stimmt.
Gestalterisch passt die luftige Blüte wunderbar zu Goldkolben, Ziergräsern und Blutweiderich in naturnahen Pflanzungen. Für die Vase schneiden wir die Blütenschleier gern kurz vor Vollaufblühen; sie duften im Raum dezent weiter und lassen sich auch gut trocknen.
Ist Mädesüß giftig für Kinder und Haustiere?
- Kinder
- Ungiftig
- Katzen
- Leicht reizend
- Hunde
- Leicht reizend
Mädesüß ist eine alte Heil- und Teepflanze und für Menschen unbedenklich. Es enthält jedoch Salicylate — den Aspirin-Verwandten —, die Katzen nur schlecht abbauen können; auch Hunde sollten nicht regelmäßig davon fressen. Bei Salicylat-Unverträglichkeit ist ebenfalls Vorsicht geboten.
Typische Symptome: Bei Haustieren sind nach größeren Mengen Erbrechen, Mattigkeit und Magenreizung möglich.
Im Notfall:Giftnotruf Bonn 0228 19240 (rund um die Uhr) — bei Haustieren direkt die tierärztliche Notfallpraxis kontaktieren. Diese Angaben ersetzen keine (tier)ärztliche Beratung.
Übersicht: giftige & ungiftige Pflanzen für Katzen, Hunde und Kinder
Pflege
- 01Feuchten bis nassen, nährstoffreichen Boden wählen — Teichrand und Senken sind ideal.
- 02Sonnig bis halbschattig pflanzen; je sonniger, desto feuchter muss der Boden sein.
- 03Nie austrocknen lassen: Trockenheit führt zu Mehltau und braunem Laub.
- 04Nach der ersten Blüte bodennah zurückschneiden — oft folgt ein zweiter Flor.
- 05Im Frühjahr mit Kompost versorgen, mehr Dünger ist unnötig.
- 06Alle vier bis fünf Jahre im Herbst teilen, wenn die Horste von innen verkahlen.
Häufige Fragen
- Wonach duftet Mädesüß?
- Süß und honigartig mit einer feinen Mandelnote — verantwortlich ist unter anderem Salicylaldehyd. Der Duft ist an warmen Sommerabenden am stärksten und war früher so beliebt, dass man die Blüten als Streukraut in Festsäle legte und Met damit aromatisierte.
- Was hat Mädesüß mit Aspirin zu tun?
- Aus den Blütenknospen wurde im 19. Jahrhundert Salicylsäure gewonnen, die Vorstufe des heutigen Wirkstoffs Acetylsalicylsäure. Der Markenname Aspirin leitet sich vom damaligen botanischen Namen Spiraea ulmaria ab — das „spir“ steckt bis heute im Wort.
- Ist Mädesüß giftig für Katzen oder Hunde?
- Nicht giftig im klassischen Sinn, aber es enthält Salicylate, die vor allem Katzen schlecht verstoffwechseln — ähnlich wie Aspirin. Gelegentliches Schnuppern ist harmlos, regelmäßiges Fressen sollte man aber unterbinden. Für Menschen ist Mädesüß als Tee sogar traditionell in Gebrauch.
- Welchen Standort braucht Mädesüß im Garten?
- Feucht bis nass und nährstoffreich — Teichränder, Senken und schwere Böden sind perfekt. In voller Sonne gedeiht es nur bei sicherer Wasserversorgung, sonst besser Halbschatten. Auf trockenem Boden kümmert die Staude und wird mehltauanfällig.