Pflanzen
Mimose (Rühr-mich-nicht-an)
Mimosa pudica · Fabaceae
Kaum eine Zimmerpflanze sorgt für so viele Aha-Momente wie die Mimose: Berührst du ihre gefiederten Blätter, klappen sie in Sekundenschnelle zusammen — daher der Beiname „Rühr-mich-nicht-an“. Nicht verwechseln: Die gelben „Mimosen“-Zweige aus der Floristik stammen von der Silber-Akazie (Acacia dealbata), einer ganz anderen Pflanze. Hier geht es um die lebende, berührungsempfindliche Mimosa pudica für die Fensterbank.

- Licht
- Hell mit sanfter Sonne; pralle Mittagssonne hinter Glas meiden.
- Gießen
- Regelmäßig in kleinen Gaben — die Erde soll leicht feucht bleiben.
- Pflege
- Mittel
- Botanisch
- Mimosa pudica
Das Zusammenklappen ist ein echter Bewegungsmechanismus: An den Blattgelenken sitzen Zellpolster, die bei Berührung blitzschnell Wasser verlieren — das Blatt klappt ein und richtet sich nach 15 bis 30 Minuten wieder auf. In der Natur schützt das vor Fressfeinden; auf der Fensterbank ist es die beste Biologie-Stunde für Kinder.
So faszinierend der Effekt ist: Jedes Einklappen kostet die Pflanze Energie. Wer seine Mimose ständig anstupst, schwächt sie auf Dauer — ein- bis zweimal am Tag vorführen ist in Ordnung, Dauerstreicheln nicht. Auch nachts legt sie ihre Blätter übrigens von selbst zusammen.
Im Sommer bildet die Mimose flauschige rosa Blütenbällchen, die aussehen wie kleine Pompons. Als Tropenpflanze mag sie es ganzjährig warm, hell und leicht feucht; unter 18 Grad und in trockener Heizungsluft kümmert sie schnell. Viele halten sie deshalb als einjährige Pflanze und ziehen sie im Frühjahr einfach neu aus Samen — sie keimt willig.
Und noch einmal zur Abgrenzung, weil wir es im Laden in Düsseldorf jede Saison erklären: Die duftenden gelben Mimosen-Sträuße im Spätwinter sind Akazienzweige aus Südfrankreich und Italien. Botanisch heißt nur unsere kleine grüne Klappkünstlerin Mimosa — die Schnittblume trägt den Namen nur als Handelsbezeichnung.
Ist Mimose (Rühr-mich-nicht-an) giftig für Kinder und Haustiere?
- Kinder
- Leicht reizend
- Katzen
- Leicht reizend
- Hunde
- Leicht reizend
Mimosa pudica enthält den Stoff Mimosin und gilt für Katzen, Hunde und Kleinkinder als leicht giftig — vor allem, wenn regelmäßig daran geknabbert wird. Außer Reichweite stellen; die beweglichen Blätter machen sie für Katzen leider besonders interessant.
Typische Symptome: Nach Verzehr größerer Mengen: Magen-Darm-Beschwerden wie Speicheln, Erbrechen und Durchfall; bei dauerhaftem Fressen sind Fellprobleme möglich.
Im Notfall:Giftnotruf Bonn 0228 19240 (rund um die Uhr) — bei Haustieren direkt die tierärztliche Notfallpraxis kontaktieren. Diese Angaben ersetzen keine (tier)ärztliche Beratung.
Übersicht: giftige & ungiftige Pflanzen für Katzen, Hunde und Kinder
Pflege
- 01Hell und warm stellen, mit etwas Morgen- oder Abendsonne; ganzjährig über 18 Grad.
- 02Gleichmäßig leicht feucht halten — weder austrocknen lassen noch Staunässe.
- 03Für hohe Luftfeuchtigkeit sorgen; trockene Heizungsluft lässt die Fiederblätter verkümmern.
- 04Die Blätter nur selten auslösen — häufiges Einklappen zehrt an der Pflanze.
- 05Im Frühjahr bei Bedarf einfach neu aus Samen ziehen; die Keimung gelingt am warmen Fenster.
Häufige Fragen
- Ist das dieselbe Mimose wie im Blumenstrauß?
- Nein. Die gelben, duftenden „Mimosen“ aus dem Schnittblumenhandel sind Zweige der Silber-Akazie (Acacia dealbata). Mimosa pudica ist eine eigene tropische Art — klein, grün und berühmt für ihre zusammenklappenden Blätter.
- Schadet es der Mimose, wenn ich sie berühre?
- Gelegentlich nicht — dafür ist der Mechanismus ja da. Aber jedes Einklappen verbraucht Energie und unterbricht die Photosynthese. Wird die Pflanze ständig ausgelöst, wächst sie schwächer. Also: vorführen ja, Dauerspielzeug nein.
- Warum klappen die Blätter abends von allein zu?
- Das ist die sogenannte Schlafbewegung: Die Mimose folgt einem inneren Tag-Nacht-Rhythmus und legt ihre Fiederblätter in der Dämmerung zusammen. Am Morgen öffnen sie sich wieder — ein Zeichen, dass es der Pflanze gut geht.
- Ist die Mimose giftig für Katzen?
- Leicht: Sie enthält Mimosin, das bei regelmäßigem Anknabbern Magen-Darm-Beschwerden auslösen kann. Da die zuckenden Blätter Katzen geradezu anlocken, stelle die Pflanze in Tierhaushalten besser außer Reichweite.