Pflanzen
Winterling
Eranthis hyemalis · Ranunculaceae
Der Winterling macht seinem Namen alle Ehre: Oft schon im Januar öffnet er seine leuchtend gelben Schalenblüten über einer grünen Halskrause — häufig noch vor den Schneeglöckchen. Wo er sich wohlfühlt, verwildert er zu goldgelben Teppichen, die zu den ersten großen Insektenweiden des Jahres gehören. Wir beziehen unsere Pflanzen in Gärtner-Qualität über die Veiling Rhein-Maas.

- Licht
- Lichter Schatten unter laubabwerfenden Gehölzen; zur Blütezeit sonnig.
- Gießen
- Im Frühjahr frisch; im Sommer gleichmäßig kühl-humos, keine Staunässe.
- Pflege
- Pflegeleicht
- Botanisch
- Eranthis hyemalis
Botanisch ist der Winterling ein Hahnenfußgewächs und damit näher mit Christrose und Anemone verwandt als mit den Zwiebelblumen, zwischen denen er blüht. Was wie Blütenblätter aussieht, sind gefärbte Kelchblätter; darunter sitzt die typische, tief geschlitzte Blatt-Halskrause.
Seine Blüten funktionieren wie kleine Sonnenkollektoren: Sie öffnen sich erst ab etwa zehn Grad und bei Sonnenschein und schließen bei Kälte wieder. Für Honigbienen und Hummeln, die an milden Februartagen fliegen, ist ein Winterlingsteppich eine der wichtigsten frühen Futterquellen überhaupt.
Der ideale Platz ist der lichte Schatten unter laubabwerfenden Gehölzen auf humosem, kalkverträglichem Boden, der im Frühjahr frisch ist und im Sommer nicht völlig austrocknet. Dort versamt sich der Winterling reichlich — bis zur ersten Blüte der Sämlinge dauert es allerdings drei bis vier Jahre. Geduld wird mit jahrzehntelangen Beständen belohnt.
Der wichtigste Praxis-Tipp betrifft die Pflanzung: Die kleinen, dunklen Knollen trocknen im Handel stark aus und wachsen dann schlecht an. Vor dem Setzen im Herbst quellt man sie über Nacht in lauwarmem Wasser — die Anwachsrate steigt damit deutlich. Noch sicherer sind blühend gekaufte Topfpflanzen oder Teilstücke direkt nach der Blüte.
Klar benennen muss man die Kehrseite: Wie viele Hahnenfußgewächse ist der Winterling in allen Teilen giftig, besonders in der Knolle, die herzwirksame Glykoside enthält. In Gärten mit kleinen Kindern oder knabbernden Hunden pflanzt man ihn deshalb bewusst abseits — oder verzichtet und genießt ihn in Parks und Bauerngärten.
Ist Winterling giftig für Kinder und Haustiere?
- Kinder
- Giftig
- Katzen
- Giftig
- Hunde
- Giftig
Der Winterling ist in allen Teilen giftig, am stärksten in der Knolle; er enthält herzwirksame Glykoside. Für Katzen, Hunde und Kinder gilt strikt: nichts verzehren lassen, Knollen sicher lagern. Auch der Pflanzensaft kann Haut und Schleimhäute reizen.
Typische Symptome: Nach Verzehr: Brennen im Mund, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchkrämpfe; bei größeren Mengen Herzrhythmusstörungen und Kreislaufprobleme — dann sofort ärztliche bzw. tierärztliche Hilfe.
Im Notfall:Giftnotruf Bonn 0228 19240 (rund um die Uhr) — bei Haustieren direkt die tierärztliche Notfallpraxis kontaktieren. Diese Angaben ersetzen keine (tier)ärztliche Beratung.
Übersicht: giftige & ungiftige Pflanzen für Katzen, Hunde und Kinder
Pflege
- 01Lichten Schatten unter laubabwerfenden Gehölzen mit humosem Boden wählen.
- 02Knollen vor der Herbstpflanzung über Nacht in lauwarmem Wasser vorquellen.
- 03Etwa fünf Zentimeter tief und in Gruppen von mindestens zehn Knollen setzen.
- 04Boden im Frühjahr frisch halten; im Sommer schattig-kühl, aber nicht knochentrocken.
- 05Laub vollständig einziehen lassen und Selbstaussaat zulassen.
- 06Beim Pflanzen Handschuhe tragen — der Pflanzensaft kann die Haut reizen.
Häufige Fragen
- Wann blüht der Winterling?
- Je nach Witterung von Januar bis März, in milden Wintern am Niederrhein oft schon um den Jahreswechsel. Er gehört mit Schneeglöckchen und Christrose zu den allerersten Blüten des Gartenjahres und blüht rund drei bis vier Wochen.
- Ist der Winterling giftig für Hunde und Katzen?
- Ja, alle Pflanzenteile sind giftig, die Knolle besonders. Die enthaltenen Glykoside können neben Magen-Darm-Beschwerden auch das Herz beeinträchtigen. Grabende Hunde sind am meisten gefährdet; nach einem Verdachtsfall bitte direkt den Tierarzt kontaktieren.
- Warum wachsen meine Winterling-Knollen nicht an?
- Meist waren die Knollen beim Kauf zu stark ausgetrocknet. Vor dem Pflanzen über Nacht in lauwarmem Wasser quellen lassen hilft enorm. Alternativ blühende Topfware setzen oder von Nachbarn ein Teilstück „in the green“ erbitten — beides wächst fast immer an.
- Öffnen sich Winterling-Blüten nur bei Sonne?
- Im Wesentlichen ja: Die Blüten reagieren auf Licht und Temperatur und öffnen sich erst ab etwa zehn Grad bei Sonnenschein. An trüben, kalten Tagen bleiben sie geschlossen — das schützt Pollen und Nektar für die ersten Bienenflüge.