Veiling Rhein-Maas: Wie die Blumenversteigerung in Deutschland funktioniert
Wo deutsche Floristen ihre Blumen einkaufen — die Versteigerung in Herongen, an der wir täglich vor 5 Uhr bieten.

Die meisten Kunden wissen nicht, wo Floristen ihre Blumen herbekommen. Die Antwort für Düsseldorfer Floristen ist meist: Veiling Rhein-Maas in Herongen, 60 km westlich von Düsseldorf, direkt an der niederländischen Grenze. Hier wird täglich ab 5 Uhr morgens Floristik-Ware versteigert.
Was ist eine Veiling? Eine Blumen-Auktion. Anders als bei klassischen Auktionen läuft sie als „rückwärts laufende“ Versteigerung — der Preis startet hoch und sinkt, der erste Bieter, der zudrückt, bekommt den Posten. Das macht die Auktion sehr schnell: ein Posten Tulpen ist in 4 Sekunden verkauft.
Veiling Rhein-Maas im Detail: in Herongen (Nähe Geldern), gehört zur niederländischen Royal FloraHolland-Gruppe. Tägliche Versteigerung von Mo–Sa morgens. Floristen sind ab 4:30 Uhr im Saal, Auktion startet 6 Uhr, läuft bis ca. 9 Uhr.
Wer einkauft: zugelassene Floristen mit Berufslizenz und Bietnummer. Endkunden können nicht direkt einkaufen. Das ist ein B2B-Großhandel.
Was die Ware ausmacht: Tulpen, Rosen, Pfingstrosen, Hortensien, Lilien — alles, was an dem Tag aus niederländischen und deutschen Gewächshäusern, aus dem Freiland, oder als Import (Kenia, Ecuador) kommt. Frische ist der Hauptunterschied zu Großmärkten oder Online-Großhändlern.
Wie wir bei Fleura einkaufen: Demir oder ein Kollege fährt 4 Uhr morgens Richtung Herongen, ist 5 Uhr im Saal, bietet auf 30–50 Lose pro Tag, ist 9:30 Uhr wieder im Auto. Ankunft im Laden in Pempelfort gegen 11 Uhr. Sortieren und in Wasser stellen bis 13 Uhr. Verkauf ab 13 Uhr.
Was das für Kunden bedeutet: Eine Tulpe, die du bei uns Donnerstag-Nachmittag kaufst, ist Mittwoch in Holland geschnitten und Donnerstag früh versteigert worden. Maximal 48 Stunden zwischen Pflanze und deiner Vase. Eine Supermarkt-Tulpe ist meist 7–10 Tage alt, wenn du sie kaufst.
Warum Veiling besser ist als Online-Großhändler: bei Online-Großhändlern siehst du die Ware nicht vor dem Kauf. An der Veiling sehen Floristen jedes Bündel, jeden Eimer, vor dem Bieten. Mängel werden sofort aussortiert.
Saison-Spezifika: zu Spitzenzeiten (Valentinstag, Muttertag) ist die Veiling extrem voll. Preise steigen um 30–60 %. Wir geben die Steigerung weiter, aber nur 1:1 — keine Wucher-Aufschläge zum Anlass.
Transport: aus Herongen nach Düsseldorf 50 Minuten Fahrzeit. Wir transportieren in Kühlfahrzeugen — Blumen mögen 6–10 °C im Transport. Bei sommerlicher Außenhitze ist Kühlung entscheidend.
Was die Veiling NICHT macht: Tropische Sorten, exotische Importware, Orchideen-Vielfalt — die kommen oft direkt von Spezial-Importeuren. Für deutsche Standard-Floristik ist die Veiling aber die zentrale Drehscheibe.
Häufige Fragen
- Kann ich als Endkunde an der Veiling einkaufen?
- Nein — die Veiling ist B2B. Endkunden ohne Floristik-Lizenz haben keinen Zugang. Über uns kannst du aber Wunsch-Sorten gezielt bestellen.
- Sind Veiling-Blumen teurer?
- Pro Stiel ja, weil sie frisch und qualitativ höher sind. In Vasen-Tage gerechnet billiger, weil sie 2–3 Mal so lange halten wie Supermarkt-Blumen.
- Was passiert mit unverkaufter Veiling-Ware?
- Sehr selten. Was Ende Auktion nicht durch ist, geht oft zu Supermärkten und Discountern — daher die deutlich ältere Ware dort. Hochwertige Ware verkauft die Veiling immer aus.
Weiterführende Ratgeber
Branche
Wie funktioniert eine Blumenversteigerung? Die Uhr, die rückwärts läuft
Branche
CO₂-Bilanz von Schnittblumen: die ehrliche Antwort
Branche
Fairtrade-Blumen: was das Siegel wirklich bedeutet
Branche
Floristik als Handwerk: Was den Beruf wirklich ausmacht
Hochzeit
Hochzeitsblumen: der komplette Ratgeber
Branche
Nachhaltige Floristik: worauf man beim Blumenkauf wirklich achten kann
Branche
Saisonal und regional Blumen kaufen: lohnt sich das wirklich?
Saison
Saisonblumen: Monat für Monat durchs Jahr
Branche