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Hochzeit·5 min Lesezeit·

Wurfstrauß: Warum ein zweiter Strauß die beste Idee ist

Den echten Brautstrauß behalten, einen robusten zum Werfen binden lassen — so geht die Tradition, ohne dass dein Lieblingsstrauß im Flug zerfällt.

Festlicher Hochzeitsstrauß in zarten Tönen — bereit für den großen Tag

Fast jede Braut steht irgendwann vor derselben Frage: Soll ich wirklich meinen Brautstrauß in die Menge werfen? Der Strauß, den du dir Monate vorher überlegt hast, der auf jedem Foto liegt und den du eigentlich behalten und trocknen willst? Die elegante Lösung heißt Wurfstrauß — ein zweiter, kleinerer Strauß nur fürs Werfen. Hier erfährst du, warum das fast immer die bessere Wahl ist, wie groß er sein sollte und welche Blumen einen Flug durch die Luft überstehen.

Woher die Tradition kommt. Der Brauch ist älter, als die meisten denken. Im mittelalterlichen Europa galt die Braut am Hochzeitstag als Glücksbringerin — Gäste drängelten, um ein Stück Stoff von ihrem Kleid zu ergattern. Um dem Gezerre zu entkommen, warf die Braut irgendwann etwas in die Menge, das sie loswerden durfte: den Strauß. Bis heute steht der Wurf für geteiltes Glück, und wer ihn fängt, soll der Legende nach als Nächste heiraten. Die Blumen selbst symbolisieren seit der Antike Fruchtbarkeit, Liebe und einen guten Anfang.

Warum du deinen echten Strauß nicht werfen solltest. Ein gebundener Brautstrauß ist überraschend schwer — bei größeren Modellen schnell ein bis zwei Kilo. Er steckt voller Steckdraht, Wickeldraht und Nadeln, die das Bindewerk zusammenhalten. Durch die Luft geworfen, kann so ein Strauß auseinanderfliegen, jemanden treffen oder am Boden zerschellen. Dazu kommt der emotionale Wert: Viele Bräute wollen ihren Strauß trocknen, pressen oder in Harz gießen lassen — als Andenken an den Tag. All das spricht dafür, das Original aus der Wurfaktion herauszuhalten.

So planst du den Wurfstrauß richtig. Sprich beim Floristen-Termin direkt an, dass du zwei Sträuße möchtest: einen Brautstrauß und einen Wurfstrauß. Der zweite ist deutlich kleiner, leichter und günstiger — meist auf dem Niveau eines Brautjungfern-Straußes. Lass ihn ähnlich, aber nicht identisch zu deinem Hauptstrauß binden, damit er auf den Fotos harmoniert. Wichtig: Er soll fest, kompakt und ohne herausstehende Nadeln gebunden sein, damit beim Wurf nichts verrutscht und niemand sich verletzt.

Die richtige Größe. Ein Wurfstrauß sollte gut in eine Hand passen und leicht genug sein, um ihn kontrolliert über die Schulter zu werfen — als Faustregel etwa handtellergroß bis maximal so breit wie ein Teller. Ein Durchmesser von rund 15 bis 20 Zentimetern reicht völlig. Zu klein wirkt verloren, zu groß wird zur Wurfgefahr. Der Stiel wird kurz und sauber umwickelt, damit der Strauß nicht im Flug aufgeht und gut zu greifen ist, wenn er gefangen wird.

Robuste Sorten, die den Flug überstehen. Nicht jede Blume eignet sich. Zarte Köpfe mit empfindlichen Blütenblättern — etwa Pfingstrosen oder Ranunkeln — verlieren beim Aufprall Blätter und sehen danach zerzaust aus. Setze stattdessen auf stabile, standfeste Blumen mit festem Blütenaufbau: Rosen haben kräftige Blütenköpfe und stützende Stiele. Lisianthus ist erstaunlich robust und lange haltbar. Astern haben kleine, feste Köpfe und stecken Bewegung gut weg, und Gerbera sind langlebig und farbstark — achte hier nur darauf, dass die Köpfe sauber gestützt sind, da die Stiele weich sein können. Festes Beiwerk wie Eukalyptus oder Ruscus gibt dem kleinen Strauß zusätzlich Halt und Form.

Timing und Alternativen. Der Wurf passt klassisch in die Phase nach dem Essen, wenn die Stimmung gelöst ist — kündige ihn an, damit die Fotografin bereit ist. Wer die Tradition modernisieren will: Statt nur an Unverheiratete zu werfen, kann der Strauß als Dankesgeste an das Paar mit der längsten Ehe übergeben werden, oder ihr verlost ihn per Nummernzettel. So bleibt der schöne Moment, ohne dass sich jemand vorgeführt fühlt. Den echten Brautstrauß behältst du in jedem Fall — und gibst ihn nach der Feier zum Trocknen.

Häufige Fragen

Muss ich überhaupt einen Wurfstrauß werfen?
Nein. Der Wurfstrauß ist eine Tradition, keine Pflicht. Viele Paare lassen ihn weg oder ersetzen ihn durch eine Variante, bei der niemand zum Fangen gedrängt wird — etwa die Übergabe an das Paar mit der längsten Ehe. Wenn du den Brauch magst, ist ein eigener kleiner Wurfstrauß die entspannteste Lösung, weil dein echter Brautstrauß heil bleibt.
Was kostet ein Wurfstrauß zusätzlich?
Deutlich weniger als der Brautstrauß. Weil er kleiner ist und weniger Blumen braucht, liegt er meist auf dem Niveau eines Brautjungfern-Straußes. Wer beim Floristen-Termin früh Bescheid sagt, kann ihn oft aus denselben Sorten und Resten des Hauptstraußes binden lassen — das hält die Kosten niedrig und sorgt für ein stimmiges Bild.
Welche Blumen halten einen Wurf am besten aus?
Blumen mit festem, kompaktem Blütenkopf: Rosen, Lisianthus, Astern und Gerbera. Sie verlieren beim Aufprall kaum Blätter. Zarte, vollgefüllte Köpfe wie Pfingstrosen oder Ranunkeln sind dafür ungeeignet — sie zerzausen leicht. Festes Grün wie Eukalyptus oder Ruscus stabilisiert den kleinen Strauß zusätzlich.
Kann ich meinen Brautstrauß trotzdem aufbewahren?
Ja, und genau das ist der Sinn des Wurfstraußes. Während der kleine Strauß in die Menge fliegt, bleibt dein Original unversehrt. Nach der Feier kannst du ihn trocknen, pressen oder in Harz gießen lassen — als Andenken an den Tag. Frag deinen Floristen nach der schonendsten Methode für deine Sorten.

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