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Pflanzen

Kamelie

Camellia japonica · Theaceae

Die Kamelie blüht, wenn der Garten schläft: Von Dezember bis April öffnet sie ihre edlen, fast porzellanartigen Blüten über glänzend dunkelgrünem Laub. Sie ist die Rose des Winters — und robuster, als ihr Ruf vermuten lässt, wenn Standort und Wasser stimmen. Im milden Rheinland gelingt sie an geschützten Plätzen sogar ausgepflanzt im Garten.

Floristik-Foto von Fleura mit edlen rosafarbenen Blüten und dunkelgrünem Laub
Licht
Lichter Schatten bis Halbschatten; Wintersonne auf gefrorenem Laub unbedingt vermeiden.
Gießen
Gleichmäßig feucht mit kalkarmem Wasser; Sommertrockenheit kostet die Winterblüte.
Pflege
Mittel
Botanisch
Camellia japonica

Die Sortenvielfalt ist enorm: Von einfachen Wildblüten mit goldgelbem Staubgefäßbüschel über halbgefüllte Klassiker wie ‚Donation‘ bis zu perfekt gefüllten, geometrischen Formen wie ‚Nuccio‘s Pearl‘. Camellia japonica blüht ab Spätwinter, die Hybriden von Camellia williamsii gelten als reichblühender und gartentauglicher, Camellia sasanqua blüht schon im Herbst und duftet.

Die Kamelie ist eine enge Verwandte des Teestrauchs (Camellia sinensis) — dieselbe Gattung, aus der der Tee der Welt stammt. Ihre Ansprüche verraten die Waldherkunft: lichter Schatten, saurer bis neutraler, humoser Boden und gleichmäßige Feuchtigkeit mit kalkarmem Wasser, ganz ähnlich wie beim Rhododendron.

Das Knospengeheimnis muss man kennen: Die Blütenknospen werden schon im Sommer angelegt. Trockenheit im Juli und August ist der Hauptgrund, warum Kamelien im Winter die Knospen abwerfen — konsequentes Gießen im Hochsommer sichert also die Blüte des nächsten Jahres.

Im Kübel will die Kamelie im Winter kühl und hell stehen, etwa bei 5 bis 12 Grad im unbeheizten Wintergarten oder Treppenhaus. Das warme Wohnzimmer ist der sichere Weg zum Knospenfall. Ausgepflanzt braucht sie einen wind- und wintersonnengeschützten Platz, etwa vor einer Westwand — gefährlich ist nicht der Frost selbst, sondern Morgensonne auf gefrorenen Blättern.

Ein schöner Nebeneffekt für die Floristik: Einzelne Kamelienblüten schwimmen wunderbar in flachen Schalen und das glänzende Laub ist ein klassisches Schnittgrün — langlebig, elegant und früher fester Bestandteil jeder Brautbinderei. Als Zeichen bewundernder Zuneigung hat die Kamelie eine lange Tradition.

Ist Kamelie giftig für Kinder und Haustiere?

Kinder
Ungiftig
Katzen
Ungiftig
Hunde
Ungiftig

Die Kamelie gilt für Katzen, Hunde und Kinder als ungiftig — eine der wenigen prachtvoll blühenden Alternativen zur stark giftigen Azalee. Vom Verzehr größerer Mengen ist wie immer abzuraten.

Übersicht: giftige & ungiftige Pflanzen für Katzen, Hunde und Kinder

Pflege

  • 01Lichten Schatten wählen, geschützt vor Wind und Wintersonne.
  • 02In sauren bis neutralen, humosen Boden pflanzen — Rhododendronerde passt gut.
  • 03Mit kalkarmem Wasser (Regenwasser) gießen und nie ganz austrocknen lassen.
  • 04Im Juli und August konsequent wässern — dann entstehen die Knospen fürs Folgejahr.
  • 05Kübelpflanzen im Winter kühl und hell bei 5–12 °C halten, nicht im warmen Zimmer.
  • 06Nach der Blüte bei Bedarf leicht in Form schneiden und mit Rhododendrondünger versorgen.

Häufige Fragen

Ist die Kamelie winterhart?
Bedingt: Etablierte Pflanzen robuster Sorten überstehen im milden Weinbauklima — auch bei uns im Rheinland — Temperaturen um minus 10 bis 15 Grad, wenn sie wind- und wintersonnengeschützt stehen. In rauen Lagen bleibt die Kamelie besser im Kübel und überwintert kühl und hell bei 5 bis 12 Grad.
Warum wirft meine Kamelie die Knospen ab?
Die drei Hauptgründe: Trockenheit im Sommer, als die Knospen angelegt wurden; ein zu warmer Überwinterungsplatz; oder starke Standort- und Temperaturwechsel während der Knospenphase. Gleichmäßige Feuchte und ein kühler, stabiler Winterplatz lösen das Problem fast immer.
Ist die Kamelie giftig für Katzen oder Hunde?
Nein — die Kamelie gilt als ungiftig für Katzen, Hunde und Menschen. Damit ist sie eine hervorragende Wahl für Tierhaushalte, gerade als blühende Winter-Alternative zur stark giftigen Zimmerazalee, mit der sie oft verwechselt wird.
Wann blüht die Kamelie?
Je nach Art und Sorte zwischen Dezember und April; die Herbstkamelie Camellia sasanqua beginnt sogar schon im Oktober. Die Hauptblüte von Camellia japonica liegt im Spätwinter — im Kalthaus oft ab Januar, im Freiland ab März.
Verträgt die Kamelie kalkhaltiges Gießwasser?
Auf Dauer nicht: Wie ihre Verwandten aus dem Moorbeet reagiert sie auf Kalk mit vergilbenden Blättern. Regenwasser ist ideal; wer nur hartes Leitungswasser hat, lässt es abstehen oder mischt es mit destilliertem Wasser und düngt gelegentlich mit saurem Rhododendrondünger nach.

Kamelie bei Fleura

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