Pflanzen
Koriander
Coriandrum sativum · Apiaceae
Kaum ein Kraut spaltet die Gemüter wie Koriander: Für die einen unverzichtbar in asiatischer und mexikanischer Küche, für die anderen schmeckt er nach Seife — was tatsächlich zum Teil genetisch bedingt ist. Im Topf ist das frische Grün gut zu ziehen, wenn man seine Eigenart kennt: Koriander ist einjährig, schießt bei Hitze schnell in die Blüte und will lieber kühl und gleichmäßig feucht stehen.

- Licht
- Hell bis sonnig, aber ohne Hitzestau — im Hochsommer ist ein halbschattiger Platz besser.
- Gießen
- Gleichmäßig feucht ohne Staunässe; nie ganz austrocknen lassen, sonst schießt er.
- Pflege
- Mittel
- Botanisch
- Coriandrum sativum
Koriander ist eigentlich zwei Gewürze in einer Pflanze: das frische Blattgrün (im Englischen Cilantro) mit seiner polarisierenden Zitrus-Würz-Note und die reifen Samen (Koriandersaat), die warm-nussig schmecken und in Brotgewürz, Currys und Lebkuchen stecken. Wer das Kraut blühen lässt, erntet am Ende also automatisch das zweite Gewürz.
Die Seifen-Wahrnehmung ist keine Einbildung: Ein Teil der Menschen nimmt die Aldehyde im Korianderblatt durch eine Variante eines Geruchsrezeptor-Gens als seifig wahr. Interessanterweise verliert sich die Note oft durch Hacken und Mitgaren — einen zweiten Versuch ist das Kraut also wert.
Die größte Hürde in der Topfkultur ist das Schossen: Bei Hitze, Trockenstress oder zu engem Stand schiebt Koriander binnen Tagen einen Blütenstand, und das Blattaroma lässt nach. Ein heller, aber kühler Platz ohne pralle Mittagssonne, gleichmäßige Feuchte und beherzte Ernte verzögern die Blüte deutlich.
Für dauerhafte Ernte fährt man mit Nachsaat am besten: Alle drei bis vier Wochen ein paar Samen in einen frischen Topf, und die Fensterbank liefert lückenlos. Koriander keimt zuverlässig, wenn man die kugeligen Früchte vorher leicht andrückt und die Saat dunkel abdeckt. Schossfeste Sorten wie Calypso oder Marino verlängern das Erntefenster zusätzlich.
Geerntet wird wie bei der Petersilie von außen nach innen, das Herz bleibt stehen. Für Haustiere ist Koriander übrigens unbedenklich — in kleinen Mengen wird er gelegentlich sogar Futter beigemischt. Wer mag, lässt am Saisonende ein paar Dolden ausreifen und erntet die eigene Koriandersaat.
Ist Koriander giftig für Kinder und Haustiere?
- Kinder
- Ungiftig
- Katzen
- Ungiftig
- Hunde
- Ungiftig
Koriander gilt als ungiftig für Katzen, Hunde und Menschen — in kleinen Mengen findet sich das Kraut gelegentlich sogar in Tierfutter. Wie bei allen Kräutern können sehr große Knabbermengen empfindliche Mägen verstimmen.
Übersicht: giftige & ungiftige Pflanzen für Katzen, Hunde und Kinder
Pflege
- 01Hell, aber kühl stellen — pralle Mittagssonne und Hitze treiben Koriander in die Blüte.
- 02Gleichmäßig feucht halten; Trockenstress ist der häufigste Auslöser fürs Schossen.
- 03In tiefe Töpfe säen oder pflanzen — Koriander hat wie alle Doldenblütler eine Pfahlwurzel.
- 04Von außen nach innen ernten und das Herz stehen lassen.
- 05Alle drei bis vier Wochen nachsäen, um durchgehend zartes Blattgrün zu haben.
- 06Nur schwach düngen — überdüngtes Kraut verliert an Aroma.
Häufige Fragen
- Warum schmeckt Koriander für manche nach Seife?
- Das liegt zum Teil an den Genen: Menschen mit einer bestimmten Variante eines Geruchsrezeptor-Gens nehmen die Aldehyde im Korianderblatt als seifig wahr. Gehackt und mitgegart verliert das Kraut diese Note oft weitgehend — wer Koriander bisher nur roh probiert hat, sollte ihm gegart eine zweite Chance geben.
- Warum blüht mein Koriander so schnell?
- Koriander ist einjährig und reagiert auf Hitze, Trockenstress und langen Sommertag mit schnellem Schossen — das ist sein Naturell. Ein kühler, hell-halbschattiger Platz, gleichmäßiges Gießen, regelmäßige Ernte und schossfeste Sorten wie Calypso verschaffen mehrere Wochen mehr Blatternte. Danach hilft nur Nachsaat.
- Ist Koriander giftig für Katzen oder Hunde?
- Nein, Koriander gilt für Katzen und Hunde als unbedenklich und wird in kleinen Mengen sogar manchem Futter beigemischt. Der Kräutertopf auf der Fensterbank ist für Tierhaushalte also kein Risiko.
- Kann ich Blätter und Samen vom selben Koriander ernten?
- Ja — nur nicht gleichzeitig in bester Qualität. Erst liefert die junge Pflanze das Blattgrün; lässt man sie anschließend blühen, reifen bis zum Spätsommer die kugeligen Früchte heran. Sobald sie sich braun färben und nussig duften, die Dolden abschneiden, nachtrocknen lassen und die Saat luftdicht aufbewahren.