Pflanzen
Lebende Steine
Lithops · Aizoaceae
Lebende Steine sind die vielleicht kurioseste Zimmerpflanze überhaupt: Jedes Pflänzchen besteht aus nur zwei verwachsenen, kieselsteinförmigen Blättern, deren Musterung Steine täuschend echt imitiert — Tarnung gegen Fraßfeinde in der Halbwüste. Im Herbst schiebt sich aus dem Spalt eine überraschend große weiße oder gelbe Blüte. Die Pflege ist einfach, aber unerbittlich: Wer zum falschen Zeitpunkt gießt, verliert die Pflanze.

- Licht
- Vollsonnig — der hellste Platz im Haus ist gerade gut genug.
- Gießen
- Extrem sparsam und streng saisonal: nur Mai bis Herbstblüte, im Blattwechsel gar nicht.
- Pflege
- Anspruchsvoll
- Botanisch
- Lithops
Der Trick der Lithops ist die Mimese: Farbe und Zeichnung der Blattoberseiten ahmen die Kiesel ihres jeweiligen Standorts nach, jede der rund vierzig Arten ein anderes Gestein. Die durchscheinenden „Fenster“ auf der Oberseite lassen Licht ins Blattinnere — in der Natur steckt der Großteil der Pflanze nämlich im Boden.
Das ganze Pflegegeheimnis liegt im Jahresrhythmus. Nach der Blüte im Herbst zieht die Pflanze das alte Blattpaar ein und zehrt es vollständig auf, während im Inneren ein neues heranwächst. Während dieses Blattwechsels — meist von Spätherbst bis Frühjahr — darf absolut nicht gegossen werden; die Pflanze lebt vom Wasser der alten Blätter.
Gegossen wird nur in der Wachstumszeit von etwa Mai bis zur Blüte im Herbst, und auch dann sparsam: durchdringend wässern, dann wieder komplett austrocknen lassen. Der klassische Anfängerfehler ist gut gemeintes Gießen im Winter — die Folge sind geplatzte oder faulende Blätter. Vertrocknen sieht man Lithops dagegen fast nie.
Der Standort muss so sonnig wie irgend möglich sein, ideal ein Südfenster ohne Vorhang. Das Substrat ist rein mineralisch — Bims, Splitt, grober Sand, kaum Humus. In normaler Blumenerde vergeilen und faulen die kleinen Wüstenbewohner zuverlässig.
Belohnt wird die Disziplin mit der Herbstblüte: Aus dem Blattspalt erscheint eine seidig glänzende, margeritenähnliche Blüte, die größer sein kann als die ganze Pflanze und sich nachmittags in der Sonne öffnet. In flachen Schalen mit Kies dazwischen arrangiert, ergeben mehrere Arten ein kleines lebendes Steinfeld — ein Hingucker für jeden Sammler.
Ist Lebende Steine giftig für Kinder und Haustiere?
- Kinder
- Ungiftig
- Katzen
- Ungiftig
- Hunde
- Ungiftig
Lebende Steine gelten für Katzen, Hunde und Kinder als ungiftig. Ihre Tarnung und geringe Größe machen sie für Tiere ohnehin uninteressant — gefährdet ist eher die Pflanze durch neugierige Pfoten als umgekehrt.
Übersicht: giftige & ungiftige Pflanzen für Katzen, Hunde und Kinder
Pflege
- 01Vollsonnigen Platz am Südfenster geben — Lithops vertragen keine schattige Ecke.
- 02Nur von etwa Mai bis zur Herbstblüte gießen, dann jeweils durchdringend und selten.
- 03Während des Blattwechsels (Spätherbst bis Frühjahr) überhaupt nicht gießen.
- 04Rein mineralisches Substrat verwenden (Bims, Splitt, grober Sand).
- 05Nicht düngen oder höchstens einmal jährlich minimal.
- 06Kühl überwintern (10–15 Grad) und für gute Luftbewegung sorgen.
Häufige Fragen
- Wie oft muss ich Lebende Steine gießen?
- Deutlich seltener, als jedes Gefühl es sagt: nur zwischen etwa Mai und der Herbstblüte, dann alle paar Wochen durchdringend. Vom Spätherbst bis zum Abschluss des Blattwechsels im Frühjahr wird gar nicht gegossen — die Pflanze lebt in dieser Zeit vom Wasser ihrer alten Blätter.
- Warum schrumpeln meine Lebenden Steine?
- Im Winter und Frühjahr ist Schrumpeln normal und erwünscht: Das alte Blattpaar wird vom neuen aufgezehrt und fällt wie Pergament zusammen. Jetzt bloß nicht gießen. Schrumpeln die Blätter mitten in der Sommer-Wachstumszeit, darf dagegen einmal durchdringend gewässert werden.
- Sind Lebende Steine giftig für Katzen?
- Nein, Lithops gelten als ungiftig für Katzen, Hunde und Menschen. Dank ihrer Steintarnung werden sie von Tieren meist gar nicht als Pflanze wahrgenommen — eher muss man die zerbrechlichen Blattkörper vor spielenden Pfoten schützen.
- Wann blühen Lebende Steine?
- Blühfähig sind Pflanzen ab etwa drei bis fünf Jahren; sie blühen im Herbst, meist zwischen September und November. Die weiße oder gelbe Blüte öffnet sich an sonnigen Nachmittagen und hält etwa eine Woche. Voraussetzung ist ein sonniger Sommer mit korrektem Gießrhythmus und eine kühle, trockene Winterruhe im Jahr davor.