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Pflanzen

Petersilie

Petroselinum crispum · Apiaceae

Petersilie ist das meistverwendete Küchenkraut Deutschlands — und im Topf auf der Fensterbank ein treuer Dauerlieferant, wenn man zwei Dinge weiß: Sie ist zweijährig und sie hasst pralle Mittagssonne mehr, als man denkt. Glatte Sorten schlagen die krausen im Aroma deutlich, dafür ist die Krause unschlagbar dekorativ.

Floristik-Foto von Fleura: dicht belaubtes Kraut im Topf auf dem Arbeitstisch
Licht
Hell bis halbschattig — verträgt weniger pralle Sonne als mediterrane Kräuter.
Gießen
Gleichmäßig feucht, aber nie nass — die Pfahlwurzel fault in Staunässe schnell.
Pflege
Pflegeleicht
Botanisch
Petroselinum crispum

Die Sortenfrage ist schnell beantwortet: Glatte Petersilie (etwa Gigante d'Italia) hat das kräftigere, würzigere Aroma und zartere Blätter; krause Sorten wie Mooskrause sind robuster, frosthärter und halten als Garnitur besser die Form. Eine Rarität ist die Wurzelpetersilie, die für ihre würzige Rübe angebaut wird — das Kraut lässt sich mitverwenden.

Petersilie ist zweijährig, und das erklärt das häufigste Missverständnis: Im zweiten Jahr schiebt die Pflanze einen Blütenstiel, wird bitter und stirbt nach der Samenreife — das ist Biologie, kein Pflegefehler. Wer durchgehend ernten will, setzt deshalb jedes Frühjahr einen neuen Topf nach oder sät nach.

Beim Standort gilt: hell, aber nicht knallsonnig, gern das Ost- oder Westfenster. Die Erde soll gleichmäßig feucht, aber nie nass sein — als Doldenblütler mit empfindlicher Pfahlwurzel reagiert Petersilie auf Staunässe schnell mit gelben Blättern. Supermarkt-Töpfe profitieren wie beim Basilikum vom Teilen und Umtopfen in tiefere Gefäße.

Geerntet wird von außen nach innen: Die äußeren Stiele bodennah abschneiden und das Herz der Pflanze stehen lassen, denn dort entstehen die neuen Blätter. Wer das Herz mitschneidet, beendet die Ernte vorzeitig. Stiele übrigens mitverwenden — sie tragen mehr Aroma als die Blätter.

Für Tierhalter ein differenziertes Bild: Kleine Mengen Petersilie sind für Hunde und Katzen unproblematisch und finden sich sogar in manchen Futtermitteln. In großen Mengen kann das Kraut aber — vor allem die krause Form — bei Tieren zu Beschwerden führen, und für trächtige Tiere gilt es als ungeeignet. Der Knabber-Topf sollte also nicht frei zugänglich stehen.

Ist Petersilie giftig für Kinder und Haustiere?

Kinder
Ungiftig
Katzen
Leicht reizend
Hunde
Leicht reizend

Als Küchenkraut ist Petersilie für Menschen in üblichen Mengen völlig unbedenklich. Bei Katzen und Hunden können größere gefressene Mengen — vor allem der krausen Form — Magen-Darm-Beschwerden und eine erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut verursachen; für trächtige Tiere gilt Petersilie als ungeeignet. Kleine Mengen sind in der Regel harmlos.

Typische Symptome: Bei Tieren nach größeren Mengen: Erbrechen, Durchfall und in seltenen Fällen lichtbedingte Hautreizungen.

Im Notfall:Giftnotruf Bonn 0228 19240 (rund um die Uhr) — bei Haustieren direkt die tierärztliche Notfallpraxis kontaktieren. Diese Angaben ersetzen keine (tier)ärztliche Beratung.

Übersicht: giftige & ungiftige Pflanzen für Katzen, Hunde und Kinder

Pflege

  • 01Hellen Platz ohne pralle Mittagssonne wählen — Ost- oder Westfenster sind ideal.
  • 02Gleichmäßig feucht halten, Staunässe wegen der empfindlichen Pfahlwurzel vermeiden.
  • 03In tiefe Töpfe mit nährstoffreicher Erde pflanzen; Supermarktware teilen und umtopfen.
  • 04Von außen nach innen ernten und das Herz der Pflanze stehen lassen.
  • 05In der Saison alle drei bis vier Wochen mäßig düngen.
  • 06Im zweiten Jahr blühende Pflanzen ersetzen — nach der Blüte wird Petersilie bitter.

Häufige Fragen

Warum wird meine Petersilie gelb?
Die häufigsten Ursachen sind Staunässe, die die Pfahlwurzel faulen lässt, ein zu enger, ausgehungerter Topf oder pralle Mittagssonne. Erste Hilfe: in ein tieferes Gefäß mit frischer Erde umtopfen, gleichmäßig, aber maßvoll gießen und einen hellen Platz ohne Knallsonne wählen.
Glatte oder krause Petersilie — was ist besser?
Fürs Aroma die glatte: Sie schmeckt kräftiger und würziger und ist in der Küche vielseitiger. Die krause ist dafür robuster, winterhärter und als Garnitur formstabiler. Viele Kräuterfans halten schlicht beide — einen Topf zum Kochen, einen zum Anrichten.
Ist Petersilie giftig für Katzen oder Hunde?
In kleinen Mengen nein — etwas Petersilie gilt für Hunde und Katzen als unbedenklich und steckt sogar in manchen Futtermitteln. Große Mengen, besonders der krausen Sorten, können aber Magen-Darm-Beschwerden verursachen, und für trächtige Tiere ist Petersilie ungeeignet. Den Topf daher nicht als Dauer-Knabberstation anbieten.
Warum blüht meine Petersilie und schmeckt bitter?
Petersilie ist zweijährig: Im zweiten Jahr schießt sie in die Blüte, lagert Bitterstoffe ein und stirbt nach der Samenreife ab — das ist ihr natürlicher Lebenszyklus. Blühende Pflanzen ersetzt man am besten durch einen frischen Topf oder eine Neuaussaat im Frühjahr.

Petersilie bei Fleura

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