Pflanzen
Storchschnabel
Geranium · Geraniaceae
Erst einmal Klarheit im Namensdurcheinander: Der Storchschnabel ist die echte Geranie — die „Geranien“ vom Balkonkasten sind botanisch Pelargonien. Die echte Geranium-Staude ist winterhart, unverwüstlich und in England längst zur Lieblingsstaude gewählt. Sorten wie ‚Rozanne‘ blühen von Juni bis zum Frost durch und gehören zu den dankbarsten Beetpflanzen, die wir kennen.

- Licht
- Artabhängig von voller Sonne bis Schatten; die meisten Beetsorten mögen Sonne bis Halbschatten.
- Gießen
- Gering bis mäßig; nur im ersten Standjahr und in langen Trockenphasen wässern.
- Pflege
- Pflegeleicht
- Botanisch
- Geranium
Die Sortenwelt ist riesig und deckt fast jede Gartensituation ab: ‚Rozanne‘ ist der blauviolette Dauerblüher schlechthin, der Balkan-Storchschnabel (Geranium macrorrhizum) begrünt mit duftendem Laub selbst trockenen Schatten unter Bäumen, und der Blut-Storchschnabel (Geranium sanguineum) bildet magentafarbene Kissen für sonnige, trockene Plätze. Für romantische Beete gibt es gefüllte Sorten wie ‚Plenum Violaceum‘.
Die große Stärke des Storchschnabels ist seine Anspruchslosigkeit: Einmal etabliert, braucht er weder Dünger noch Winterschutz und wird von Schnecken weiträumig gemieden. Viele Arten sind zudem hervorragende Bodendecker, die Unkraut zuverlässig unterdrücken — im pflegeleichten Garten und in der Grabbepflanzung ist er deshalb kaum zu ersetzen.
Der wichtigste Pflegegriff ist der Remontierschnitt: Wird der Wiesen-Storchschnabel oder ‚Rozanne‘ nach dem ersten Flor im Juli bodennah zurückgeschnitten, treibt er frisch durch und blüht im Spätsommer ein zweites Mal. Wer sich das nicht traut, verschenkt schlicht Blüten — die Pflanze nimmt den radikalen Schnitt nicht übel.
Für Insekten ist der Storchschnabel ein gedeckter Tisch: Die offenen Schalenblüten werden von Bienen, Hummeln und Schwebfliegen intensiv beflogen, viele Arten sind heimisch und damit ökologisch besonders wertvoll. Die schnabelartigen Samenstände schleudern die reifen Samen meterweit — Wildarten säen sich gern selbst aus.
Kombiniert ist der Storchschnabel der ideale Lückenfüller und Rosenbegleiter: Sein blauvioletter Flor kaschiert kahle Rosenfüße, harmoniert mit Rittersporn und Glockenblumen und beruhigt bunte Rabatten. Von Verwechslungssorgen kann man sich frei machen — der Storchschnabel gilt als ungiftig für Menschen und Haustiere.
Ist Storchschnabel giftig für Kinder und Haustiere?
- Kinder
- Ungiftig
- Katzen
- Ungiftig
- Hunde
- Ungiftig
Der echte Storchschnabel (Geranium) gilt als ungiftig für Katzen, Hunde und Kinder. Nicht zu verwechseln mit den Balkon-„Geranien“ (Pelargonium), die für Haustiere leicht giftig sind. Vom Verzehr größerer Mengen ist wegen der Gerbstoffe dennoch abzuraten.
Übersicht: giftige & ungiftige Pflanzen für Katzen, Hunde und Kinder
Pflege
- 01Je nach Art sonnig bis schattig pflanzen — für fast jeden Standort gibt es eine passende Sorte.
- 02Nur im Pflanzjahr regelmäßig gießen; etablierte Pflanzen sind erstaunlich trockenheitsfest.
- 03Nach dem ersten Flor im Juli bodennah zurückschneiden, das löst eine zweite Blüte aus.
- 04Im Frühjahr etwas Kompost geben, mehr Dünger ist nicht nötig.
- 05Wildarten bei Bedarf nach der Blüte einkürzen, wenn Selbstaussaat unerwünscht ist.
- 06Alte Horste im Frühjahr oder Herbst teilen, wenn sie von innen verkahlen.
Häufige Fragen
- Was ist der Unterschied zwischen Storchschnabel und Geranie?
- Botanisch ist der Storchschnabel die echte Geranie (Gattung Geranium) — winterharte Gartenstaude. Die „Geranien“ aus dem Balkonkasten gehören zur Gattung Pelargonium, sind frostempfindlich und stammen aus Südafrika. Die Verwechslung stammt aus dem 18. Jahrhundert, als beide noch in einer Gattung geführt wurden.
- Welcher Storchschnabel blüht am längsten?
- Unangefochten die Sorte ‚Rozanne‘: Sie blüht ohne Remontierschnitt von Juni bis zum ersten Frost, weil sie steril ist und keine Kraft in Samen steckt. Sie wurde nicht umsonst zur Staude des Jahrhunderts gekürt. Auch ‚Patricia‘ und ‚Tiny Monster‘ blühen sehr ausdauernd.
- Ist der Storchschnabel giftig für Katzen oder Hunde?
- Nein, der Storchschnabel gilt als ungiftig für Katzen und Hunde. Vorsicht ist nur bei der Namensverwechslung geboten: Balkon-Geranien (Pelargonien) können bei Haustieren Magenreizungen und Hautirritationen auslösen. Im Staudenbeet ist Geranium dagegen unbedenklich.
- Soll man Storchschnabel nach der Blüte zurückschneiden?
- Bei den meisten Beetsorten ja: Ein bodennaher Schnitt nach dem ersten Flor bringt frisches Laub und oft eine zweite Blüte im Spätsommer. Ausnahmen sind Dauerblüher wie ‚Rozanne‘, die durchblühen, und der Balkan-Storchschnabel, dessen wintergrünes Laub man stehen lässt.