Pflanzen
Weihnachtsstern
Euphorbia pulcherrima · Euphorbiaceae
Der Weihnachtsstern ist die meistverkaufte Zimmerpflanze der Adventszeit — und zugleich die, bei der beim Einkauf am meisten schiefgehen kann. Was wie eine große rote Blüte aussieht, sind gefärbte Hochblätter; die eigentlichen Blüten sind die kleinen gelbgrünen Knöpfe in der Mitte. Wir kaufen unsere Weihnachtssterne erst spät im Jahr und nur aus temperaturgeführter Ware an der Veiling Rhein-Maas — denn ein einziger kalter Transport genügt, und die Pflanze wirft nach zwei Wochen die Blätter.

- Licht
- Hell, gern etwas Wintersonne; dunkle Ecken quittiert er mit Blattfall.
- Gießen
- Sparsam — wöchentlich tauchen statt gießen, Staunässe ist der häufigste Fehler.
- Pflege
- Mittel
- Botanisch
- Euphorbia pulcherrima
Die Farbe der Hochblätter entsteht durch kurze Tage: Erst wenn die Pflanze mehrere Wochen lang täglich über zwölf Stunden Dunkelheit bekommt, färben sich die obersten Blätter rot, weiß, rosa oder lachs. Neben dem Klassiker in Rot gibt es Sortengruppen wie „Princettia“ mit leuchtendem Pink, cremeweiße und marmorierte Sorten sowie Mini-Sterne fürs Fensterbrett.
Der wichtigste Moment ist der Heimweg: Der Weihnachtsstern ist extrem kälteempfindlich. Schon wenige Minuten unter etwa 12 Grad — der Weg über einen kalten Parkplatz reicht — führen Tage später zu Blattfall. Deshalb packen wir ihn im Laden grundsätzlich in Papier ein, und zu Hause sollte er nie neben der Balkontür oder im kalten Auto warten.
Am Standort mag er es hell und gleichmäßig warm bei 18 bis 22 Grad, ohne Zugluft. Ein Platz am Fenster über der Heizung ist in Ordnung, solange die Erde nicht austrocknet. Kalte Fensterbänke und ständig kippende Fenster sind dagegen die häufigste Ursache, wenn ein gesunder Stern nach kurzer Zeit gelbe Blätter bekommt.
Gegossen wird sparsam, aber regelmäßig: Der häufigste Pflegefehler ist Staunässe im Übertopf. Wir empfehlen, den Topf einmal pro Woche kurz in zimmerwarmes Wasser zu tauchen, abtropfen zu lassen und zurückzustellen. Hängen die Blätter schlaff, ist die Pflanze fast immer zu nass, nicht zu trocken.
Als Wolfsmilchgewächs führt der Weihnachtsstern weißen Milchsaft, der bei empfindlichen Menschen die Haut reizen kann. Für Katzen und Hunde ist die Pflanze leicht giftig — die alten Geschichten über hochgiftige Weihnachtssterne stammen aus Wildbeständen; die heutigen Zuchtsorten sind deutlich milder, gehören aber trotzdem außer Reichweite von Tieren und Kleinkindern.
Mit etwas Ehrgeiz lässt sich ein Weihnachtsstern übersommern und im Folgejahr wieder färben: im Frühjahr zurückschneiden, hell und warm weiterkultivieren und ab Ende September sechs Wochen lang täglich 12 bis 14 Stunden konsequent verdunkeln, etwa mit einem Karton. Das ist Handarbeit — aber die schönste Antwort auf die Wegwerf-Mentalität rund um diese Pflanze.
Ist Weihnachtsstern giftig für Kinder und Haustiere?
- Kinder
- Leicht reizend
- Katzen
- Leicht reizend
- Hunde
- Leicht reizend
Der milchige Saft ist für Katzen, Hunde und Kleinkinder leicht giftig und kann Haut und Schleimhäute reizen. Heutige Zuchtsorten sind deutlich milder als ihr Ruf, gehören aber trotzdem außer Reichweite.
Typische Symptome: Nach Anknabbern: Speicheln, Würgen, Erbrechen und Durchfall; Hautkontakt mit dem Milchsaft kann Rötungen und Juckreiz auslösen.
Im Notfall:Giftnotruf Bonn 0228 19240 (rund um die Uhr) — bei Haustieren direkt die tierärztliche Notfallpraxis kontaktieren. Diese Angaben ersetzen keine (tier)ärztliche Beratung.
Übersicht: giftige & ungiftige Pflanzen für Katzen, Hunde und Kinder
Pflege
- 01Beim Transport immer einpacken lassen — schon kurze Kälte unter 12 °C führt später zu Blattfall.
- 02Hell und warm bei 18–22 °C stellen, ohne Zugluft und nicht direkt am kalten Fensterglas.
- 03Sparsam gießen: einmal pro Woche kurz tauchen, gut abtropfen lassen, nie im Wasser stehen lassen.
- 04Schlaffe Blätter bedeuten meist zu viel Wasser, nicht zu wenig — erst die Erde prüfen, dann gießen.
- 05Verblühte gelbe Blütenknöpfe herauszupfen, das verlängert die Freude an den farbigen Hochblättern.
- 06Außer Reichweite von Katzen, Hunden und Kleinkindern stellen; Milchsaft kann Haut und Magen reizen.
Häufige Fragen
- Ist der Weihnachtsstern giftig für Katzen und Hunde?
- Ja, leicht. Der Milchsaft kann bei Katzen und Hunden Speicheln, Erbrechen und Durchfall auslösen. Lebensgefahr besteht bei den heutigen Zuchtsorten in der Regel nicht, aber die Pflanze sollte für Tiere unerreichbar stehen. Bei deutlichen Symptomen zur Sicherheit den Tierarzt anrufen.
- Warum verliert mein Weihnachtsstern die Blätter?
- Die drei Klassiker sind Kälte beim Transport, Zugluft am Standort und Staunässe. Besonders tückisch ist der Kälteschock: Er zeigt sich oft erst ein bis zwei Wochen nach dem Kauf, wenn niemand mehr an den kalten Heimweg denkt. Deshalb den Stern immer eingepackt transportieren und zu Hause warm und zugluftfrei stellen.
- Wie oft muss ich den Weihnachtsstern gießen?
- Deutlich seltener als die meisten denken: In der Regel reicht es, den Topf einmal pro Woche kurz in zimmerwarmes Wasser zu tauchen und gut abtropfen zu lassen. Die Erde soll zwischendurch oberflächlich antrocknen. Steht der Wurzelballen dauerhaft nass, faulen die Wurzeln und die Blätter fallen.
- Kann ich meinen Weihnachtsstern nächstes Jahr wieder zum Blühen bringen?
- Ja, mit Disziplin: im Frühjahr auf etwa ein Drittel zurückschneiden, hell und warm weiterkultivieren, im Sommer gern draußen halbschattig. Ab Ende September braucht er dann rund sechs Wochen lang täglich 12 bis 14 Stunden absolute Dunkelheit, etwa unter einem Karton — nur so färben sich die Hochblätter neu.
- Woran erkenne ich einen frischen Weihnachtsstern beim Kauf?
- An den echten Blüten: Die kleinen gelbgrünen Knöpfe in der Mitte der Hochblätter sollten noch geschlossen oder gerade erst geöffnet sein. Sind sie abgefallen oder stauben sie, ist die Pflanze schon alt. Außerdem auf dichtes, sattgrünes Laub bis unten achten — und keine Ware kaufen, die im Kalten vor der Tür stand.