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Pflanzen

Zwergmispel

Cotoneaster · Rosaceae

Die Zwergmispel ist der Inbegriff des pflegeleichten Bodendeckers: dichte Polster aus kleinen, glänzenden Blättern, im Mai unzählige weiße bis rosa Blütchen als Bienenweide und ab September ein Meer leuchtend roter Beeren. Sie begrünt Flächen, Böschungen und Gräber, wo sonst kaum etwas gedeihen mag — und verlangt dafür fast nichts.

Floristik-Impression aus der Fleura-Werkstatt in Düsseldorf zum Lexikon-Eintrag Zwergmispel
Licht
Sonnig bis halbschattig; verträgt auch lichten Schatten unter Gehölzen.
Gießen
Gering: nach dem Anwachsen nur bei extremer Trockenheit gießen.
Pflege
Pflegeleicht
Botanisch
Cotoneaster

Die Gattung ist vielgestaltig. Als Bodendecker dominieren die Teppich-Zwergmispel Cotoneaster dammeri und ihre Sorten wie „Coral Beauty“ mit besonders reichem Beerenbehang, außerdem der niedrige Cotoneaster radicans. Die Fächer-Zwergmispel Cotoneaster horizontalis baut ihre Zweige in charakteristischem Fischgrätmuster an Mauern und Hängen auf, und höhere Arten wachsen als frei stehende Sträucher.

Ihr größter Trumpf ist die Anspruchslosigkeit: Zwergmispeln wachsen in Sonne und Halbschatten, auf mageren wie auf normalen Gartenböden, vertragen Wurzeldruck, Hitze über Pflasterflächen und Trockenphasen. Genau deshalb sind sie seit Jahrzehnten die erste Wahl für die pflegearme Dauerbepflanzung von Gräbern, wo sie Flächen ruhig und gepflegt halten.

Ökologisch wird die unscheinbare Pflanze oft unterschätzt: Die kleinen Blüten sind im Mai und Juni stark von Honig- und Wildbienen besucht, und die Beeren ernähren im Winter Amseln und Drosseln. Die Fächer-Zwergmispel gehört zu den bienenfreundlichsten Kleingehölzen überhaupt.

Ein Wermutstropfen: Als Rosengewächs ist die Zwergmispel anfällig für Feuerbrand und kann diese meldepflichtige Bakterienkrankheit auf Obstgehölze übertragen; in manchen Obstbauregionen ist ihre Pflanzung deshalb eingeschränkt. Absterbende, wie verbrannt wirkende Triebspitzen sollte man ernst nehmen und großzügig entfernen.

Die roten Beeren gelten als schwach giftig: Sie enthalten geringe Mengen cyanogener Glykoside, schmecken aber mehlig-bitter, sodass es selten zu größeren Verzehrmengen kommt. Einzelne verschluckte Beeren sind für Kinder wie Haustiere in der Regel harmlos; ab einer Handvoll sind Magenbeschwerden möglich.

Ist Zwergmispel giftig für Kinder und Haustiere?

Kinder
Leicht reizend
Katzen
Leicht reizend
Hunde
Leicht reizend

Beeren und Blätter enthalten geringe Mengen cyanogener Glykoside und gelten als schwach giftig. Einzelne Beeren sind meist harmlos, größere Mengen können bei Kindern und Haustieren Magen-Darm-Beschwerden auslösen.

Typische Symptome: Nach Verzehr größerer Mengen: Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall.

Im Notfall:Giftnotruf Bonn 0228 19240 (rund um die Uhr) — bei Haustieren direkt die tierärztliche Notfallpraxis kontaktieren. Diese Angaben ersetzen keine (tier)ärztliche Beratung.

Übersicht: giftige & ungiftige Pflanzen für Katzen, Hunde und Kinder

Pflege

  • 01Standort sonnig bis halbschattig; in der Sonne sind Blüte und Beerenbehang am reichsten.
  • 02Jeder normale, durchlässige Gartenboden genügt; Staunässe vermeiden.
  • 03Nur im Pflanzjahr regelmäßig gießen, eingewachsene Flächen versorgen sich selbst.
  • 04Für dichte Flächendeckung sechs bis acht Pflanzen pro Quadratmeter setzen.
  • 05Schnitt ist kaum nötig; zu lange Triebe im Frühjahr einkürzen.
  • 06Auf Feuerbrand achten: braunschwarze, wie verbrannte Triebspitzen großzügig herausschneiden.

Häufige Fragen

Ist die Zwergmispel giftig für Kinder und Haustiere?
Sie gilt als schwach giftig: Beeren und Blätter enthalten geringe Mengen cyanogener Glykoside. Ein bis zwei verschluckte Beeren sind in der Regel unbedenklich; erst größere Mengen führen zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Da die roten Beeren für Kleinkinder verlockend aussehen, sollte man in Familiengärten trotzdem ein Auge darauf haben.
Warum ist die Zwergmispel so beliebt für die Grabbepflanzung?
Weil sie genau das leistet, was ein Grab braucht: Sie deckt die Fläche dauerhaft dicht ab, unterdrückt Unkraut, bleibt niedrig, sieht das ganze Jahr gepflegt aus und kommt wochenlang ohne Gießen aus. Mit Erica, Efeu und saisonalen Wechselblühern kombiniert, ergibt sie eine ruhige, würdevolle Dauerbepflanzung.
Ist die Zwergmispel immergrün?
Je nach Art: Die Teppich-Formen wie Cotoneaster dammeri und „Coral Beauty“ sind immergrün bis wintergrün und behalten ihr Laub in normalen Wintern. Die Fächer-Zwergmispel ist dagegen laubabwerfend und entschädigt dafür mit leuchtend orangeroter Herbstfärbung.
Wie viele Zwergmispeln brauche ich pro Quadratmeter?
Für eine zügig geschlossene Fläche rechnet man sechs bis acht Pflanzen pro Quadratmeter. Wer Geduld hat, kommt mit vier bis fünf aus, muss dann aber ein bis zwei Jahre länger jäten, bis die Decke dicht ist. Eine Mulchschicht zwischen den Jungpflanzen hält die Fläche bis dahin sauber.

Zwergmispel bei Fleura

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