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Welche Blumen gibt es im Januar und Februar?

Der Winter ist alles andere als blütenlos: Amaryllis, Hyazinthen, Tulpen, Ranunkeln und die Christrose haben jetzt ihren großen Auftritt. Welche Sorte wann verfügbar ist — und wofür sie steht.

Winterlicher Blumenstrauß mit Amaryllis und Ranunkeln in gedämpftem Licht

„Im Winter blüht doch nichts“ — das hören wir an der Theke jedes Jahr, und jedes Jahr stimmt es nicht. Januar und Februar sind floristisch erstaunlich reich: Hier treffen die letzten kräftigen Winterblüher auf die ersten zarten Frühlingsboten. Wer weiß, was wann kommt, schenkt im tristesten Monat des Jahres genau die Farbe, die fehlt.

Die Königin der Saison ist die Amaryllis. Von Dezember bis in den Februar hinein steht sie auf dem Höhepunkt ihrer Verfügbarkeit, und keine andere Winterblume macht so viel her: ein einzelner Stiel mit vier trompetenförmigen Blüten füllt eine ganze Vase. In der Blumensprache steht sie für Stolz, Stärke und strahlende Pracht — passend für eine Pflanze, die mitten im Winter aufblüht. Gut zu wissen: Der hohle Stiel ist druckempfindlich und die Zwiebel enthält den Giftstoff Lycorin, weshalb sie nicht in die Reichweite von Haustieren gehört.

Hyazinthen sind die Duftbringer des Spätwinters. Von Januar bis März kommen sie in Weiß, Rosa, Blau und Violett — und füllen schon mit wenigen Stielen einen ganzen Raum mit Frühlingsduft. Symbolisch stehen sie für Aufrichtigkeit, Hoffnung und geduldiges Warten, eine schöne Botschaft für die dunkle Jahreszeit. Als Schnittblume mögen sie es kühl und brauchen wenig Wasser; ihr Saft kann empfindliche Haut reizen, daher beim Arrangieren ruhig kurz die Hände waschen.

Tulpen markieren den Wendepunkt: Ab Januar sind die ersten Treibtulpen da und kündigen den Frühling an, lange bevor draußen etwas zu sehen ist. Sie sind das fröhliche Element im Winterstrauß und lassen sich wunderbar mit Ranunkeln, Hyazinthen und Anemonen kombinieren. Eine Besonderheit, die viele überrascht: Tulpen wachsen in der Vase weiter und biegen sich zum Licht — das ist kein Mangel, sondern lebendig. Wer das mag, stellt sie locker; wer es straff will, wählt eine hohe, enge Vase.

Ranunkeln sind die heimlichen Stars des Februars. Als Schnittblume sind sie etwa von Januar bis Mai erhältlich, der Höhepunkt liegt ab Mitte Februar. Ihre vielen hauchdünnen Blütenblätter wirken wie aus Seidenpapier gefaltet und halten in der Vase rund zehn bis vierzehn Tage — überraschend lange für so eine zarte Blüte. In der Symbolik stehen sie für Anziehungskraft und Bewunderung, weshalb sie sich auch als kleine Liebeserklärung eignen. Sie öffnen sich in der warmen Stube nach und nach immer weiter, das Bouquet verändert sich also über Tage.

Die Christrose (Helleborus niger) ist der Klassiker, der wirklich draußen im Winter blüht — oft sogar durch den Schnee. Von Dezember bis in den März erhältlich, steht ihr reines Weiß für Unschuld und Hoffnung, und weil sie unter härtesten Bedingungen blüht, gilt sie als Sinnbild für Zuversicht und Kämpfernatur. Als Schnittblume hält sie erstaunlich lange, wenn man sie schräg anschneidet wie eine Rose. Wichtig: Alle Pflanzenteile sind giftig — beim Schneiden Handschuhe tragen und nach dem Hantieren die Hände waschen.

Praktisch für den Strauß heißt das: Kombinieren Sie eine kräftige Leitblume (Amaryllis oder Hyazinthe) mit den verspielten Begleitern (Tulpe, Ranunkel) und einem ruhigen Grün wie Eukalyptus. Stellen Sie Winterblumen nie über die Heizung — Trockenheit und Wärme sind ihre größten Feinde in der dunklen Jahreszeit. Und ein letzter Rat aus 45 Jahren an der Veiling: Im Winter zählt jeder einzelne kräftige Stiel mehr als eine volle, aber müde Menge. Lieber wenige, top-frische Blüten als ein großes, lieblos zusammengestelltes Bund.

Häufige Fragen

Gibt es im Januar und Februar überhaupt frische Schnittblumen?
Ja, und mehr als die meisten denken. Amaryllis und Christrosen sind die typischen Winterblüher, dazu kommen ab Januar die ersten Treibtulpen und Hyazinthen sowie ab Mitte Februar die Ranunkeln. Über die Versteigerung in den Niederlanden ist die Auswahl auch im tiefsten Winter zuverlässig frisch und in A1-Qualität verfügbar.
Welche Winterblumen halten in der Vase am längsten?
Die Amaryllis hält bei guter Pflege bis zu drei Wochen und ist damit Spitzenreiter. Ranunkeln schaffen rund zehn bis vierzehn Tage, Christrosen halten ebenfalls viele Tage, wenn man sie schräg anschneidet. Tulpen und Hyazinthen sind etwas kurzlebiger, dafür legen sie in der Vase noch sichtbar an Wuchs und Duft zu.
Sind Winterblumen wie Amaryllis und Christrose giftig?
Beide sollte man mit Respekt behandeln. Die Amaryllis-Zwiebel enthält Lycorin, alle Teile der Christrose sind giftig. Für den Umgang im Haushalt heißt das: nach dem Anschneiden Hände waschen und Sträuße außerhalb der Reichweite von Haustieren und Kleinkindern aufstellen. Als Schnittblume in der Vase sind sie unbedenklich zu genießen, solange niemand daran knabbert.
Warum biegen sich meine Tulpen im Winterstrauß?
Weil sie leben: Tulpen wachsen auch in der Vase weiter und drehen sich zum Licht. Das ist kein Pflegefehler, sondern völlig natürlich. Wer es straffer mag, stellt sie in eine hohe, enge Vase und dreht sie täglich; wer die geschwungene, lockere Form mag, lässt sie einfach machen.

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