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Pflanzen

Passionsblume

Passiflora · Passifloraceae

Die Passionsblume trägt die vielleicht kunstvollste Blüte, die man im Kübel auf Balkon und Terrasse ziehen kann: ein filigranes Strahlenrad in Blauviolett und Weiß, das aussieht, als hätte es ein Uhrmacher gebaut. Als kletternde Kübelpflanze erobert sie im Sommer Spaliere und Obelisken, blüht unermüdlich von Juni bis in den September — und braucht im Winter nur ein helles, frostfreies Quartier.

Floristik-Impression aus der Fleura-Werkstatt in Düsseldorf zum Lexikon-Eintrag Passionsblume
Licht
Vollsonnig; je mehr Sonne und Wärme, desto reicher die Blüte.
Gießen
Reichlich im Sommer, sparsam im Winterquartier; der Ballen darf nie völlig austrocknen.
Pflege
Mittel
Botanisch
Passiflora

Für unsere Breiten wichtig ist die Artenwahl: Die Blaue Passionsblume (Passiflora caerulea) übersteht an geschützten, warmen Wänden im Rheinland leichte Fröste bis etwa -10 °C und kann dort mit Winterschutz sogar ausgepflanzt werden — sie friert zurück und treibt aus dem Wurzelstock neu. Alle anderen beliebten Arten wie die purpurrote Passiflora violacea oder die Maracuja (Passiflora edulis) sind reine Kübelpflanzen.

Die Passionsblume klettert mit Ranken, die sich blitzschnell um dünne Stäbe, Drähte und Schnüre wickeln. Im Kübel führt man sie an einem Obelisken oder Fächerspalier; an einem warmen Sommertag legt eine kräftige Pflanze mehrere Zentimeter zu. Je sonniger und wärmer der Platz, desto reicher öffnen sich die Blüten — jede einzelne hält nur ein bis zwei Tage, dafür schiebt die Pflanze wochenlang immer neue nach.

Der klassische Pflegefehler ist zu gut gemeintes Überwintern im warmen Wohnzimmer: Dort vergeilt die Pflanze und wird von Spinnmilben befallen. Richtig ist ein helles, kühles Quartier bei 5 bis 10 °C — ein unbeheizter Wintergarten, ein helles Treppenhaus oder eine frostfreie Garage mit Fenster. Vor dem Einräumen schneidet man die Triebe um etwa zwei Drittel zurück.

Nach Bestäubung bilden sich orangegelbe, eiförmige Früchte. Bei der Blauen Passionsblume sind sie reif zwar essbar, aber fad und mehlig; unreife Früchte und alle grünen Pflanzenteile enthalten dagegen cyanogene Verbindungen und gelten als schwach giftig. Die echte Maracuja-Frucht liefert nur Passiflora edulis, die dafür einen langen, warmen Sommer braucht.

In der Floristik taucht die Passionsblume vor allem als getopfte Geschenkpflanze am Spalier auf — über die Versteigerung kommt sie vom Frühjahr bis in den Sommer in blühender Qualität. Ihre Symbolkraft macht sie zu einem beliebten Geschenk zu Kommunion, Konfirmation und kirchlichen Anlässen; als Schnittblume ist die kurzlebige Blüte dagegen nicht geeignet.

Ist Passionsblume giftig für Kinder und Haustiere?

Kinder
Leicht reizend
Katzen
Leicht reizend
Hunde
Leicht reizend

Blätter, Triebe und unreife Früchte enthalten cyanogene Glykoside und gelten als schwach giftig für Menschen, Hunde und Katzen. Reife Früchte der Blauen Passionsblume sind essbar, aber fad; Kinder und Haustiere sollten nicht an grünen Pflanzenteilen und unreifen Früchten knabbern.

Typische Symptome: Nach Verzehr größerer Mengen: Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Benommenheit.

Im Notfall:Giftnotruf Bonn 0228 19240 (rund um die Uhr) — bei Haustieren direkt die tierärztliche Notfallpraxis kontaktieren. Diese Angaben ersetzen keine (tier)ärztliche Beratung.

Übersicht: giftige & ungiftige Pflanzen für Katzen, Hunde und Kinder

Pflege

  • 01Standort vollsonnig und warm, gern regengeschützt an einer Südwand.
  • 02Im Sommer reichlich gießen, an heißen Tagen täglich; Staunässe im Topf dennoch vermeiden.
  • 03Von Mai bis August wöchentlich düngen, die Passionsblume ist ein Starkzehrer.
  • 04Rankhilfe aus dünnen Stäben oder Drähten anbieten und Triebe anfangs leiten.
  • 05Hell und kühl bei 5 bis 10 °C überwintern; vorher um zwei Drittel zurückschneiden.
  • 06Passiflora caerulea kann in milden Lagen mit dickem Winterschutz ausgepflanzt werden.

Häufige Fragen

Ist die Passionsblume winterhart?
Nur bedingt. Die Blaue Passionsblume (Passiflora caerulea) verträgt an geschützten Standorten kurzfristig etwa -10 °C und kann in milden Regionen wie dem Rheinland mit dickem Winterschutz ausgepflanzt werden — sie friert dann oberirdisch zurück und treibt im Mai neu. Alle anderen Arten müssen hell und frostfrei bei 5 bis 10 °C überwintern.
Kann ich die Früchte meiner Passionsblume essen?
Die reifen, orangegelben Früchte der Blauen Passionsblume sind essbar, schmecken aber fad und mehlig — mit einer Maracuja haben sie wenig gemein. Wichtig: Unreife Früchte und alle grünen Pflanzenteile enthalten cyanogene Verbindungen und sollten nicht verzehrt werden. Echte Maracujas trägt nur Passiflora edulis.
Warum blüht meine Passionsblume nicht?
Die häufigsten Gründe: zu wenig Sonne, zu viel Stickstoff (viel Laub, keine Blüten) und ein zu warmer Winterstand, der die Pflanze schwächt. Passionsblumen blühen am neuen Holz — ein kräftiger Rückschnitt im Herbst oder Frühjahr schadet also nicht, sondern fördert die Blüte. Ein vollsonniger Platz und kaliumbetonter Dünger bringen sie meist zum Blühen.
Ist die Passionsblume giftig für Katzen und Hunde?
Schwach giftig: Blätter, Triebe und unreife Früchte enthalten cyanogene Glykoside, die bei Verzehr größerer Mengen Übelkeit, Erbrechen und Benommenheit auslösen können. Knabbernde Katzen sollte man von der Pflanze fernhalten; das gelegentliche Beschnuppern ist unproblematisch.
Wie überwintere ich die Passionsblume im Kübel richtig?
Vor dem ersten Frost die Triebe um etwa zwei Drittel einkürzen und die Pflanze hell und kühl bei 5 bis 10 °C aufstellen — etwa im unbeheizten Wintergarten oder hellen Treppenhaus. Nur so viel gießen, dass der Ballen nicht austrocknet, und nicht düngen. Ab Mai, nach den Eisheiligen, darf sie wieder nach draußen.

Passionsblume bei Fleura

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